Jobsuche im zweiten Lockdown: diese Branchen boomen trotz Coronavirus

11. November 2020 Drucken
Jobsuche im zweiten Lockdown: diese Branchen boomen trotz Coronavirus
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Seit dem zweiten Lockdown wurde die Gastronomie neuerlich geschlossen. Während Kurzarbeit und hohe Arbeitslosigkeit in dieser Branche wieder steigen, gibt es dagegen hohen Mitarbeiterbedarf im Fachkräfte-Sektor.

Durch den neuerlichen Lockdown sind besonders Gastronomie sowie ihre Lieferanten und Produktionsbetriebe betroffen. Der Tourismus blickt auf eine unsichere Wintersaison. Durch die behördliche Schließung steigt die Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in diesen Branchen kurzfristig stark. Hingegen herrscht im Handwerkssektor nach wie vor ein akuter Fachkräftemangel. Corona wird daran nichts ändern.

Alleine im Gesundheitsbereich dürften in Österreich mehr als 2.500 Stellen nicht besetzt sein. Im gesamten Handwerksbereich gibt es einen dringenden Fachkräftebedarf, derzeit werden rund 1.300 Installateure gesucht, wie die Wirtschaftskammer Österreich im September meldete. Durch den erneuten Lockdown haben sich die offenen Stellen in der Gastronomie jedoch merkbar reduziert. Die Suche nach Samstags-, Neben- und geringfügigen Jobs boomt hingegen: Die Job-Plattform hokify  meldet in diesem Bereich einen Anstieg der Suchanfragen um rund 160 Prozent in den letzten sechs Monaten. Viele Menschen wollen die schwierige Phase am Arbeitsmarkt offenbar mit Nebenjobs “überbrücken” und dann wieder in ihre Kernbranche, in denen es derzeit an offenen Stellenangeboten mangelt, einsteigen.

Lockdown schafft auch Jobs

„Bei den Suchanfragen von Lehr- und Ausbildungsstellen verzeichnet unsere Job-Plattform die letzten Monate eine deutliche Steigerung der Anfragen um bis zu 180 Prozent, gegenüber dem Frühjahr und Sommer.” analysiert Karl Edlbauer, Geschäftsführer von hokify und meint weiter: “Einerseits dürfte das saisonal bedingt sein, andererseits trifft die Corona-Krise speziell junge Menschen am Arbeitsmarkt, die offensichtlich sehr aktiv nach Beschäftigungsmöglichkeiten suchen. Gleichzeitig werden derzeit viele Lehrstellen wegen Corona erst gar nicht ausgeschrieben.” Mittelfristig dürfte das den Fachkräftemangel weiter verschärfen, da bereits jetzt, speziell im Westen Österreichs, zu wenige Lehrlinge ausgebildet werden.

„Bei den ausgeschriebenen Stellen auf unserer Job-Plattform verzeichnen wir derzeit einen Höchststand, auch die Bewerbungen über die Plattform sind im Herbst stark angezogen” erklärt Edlbauer. „Obwohl in vielen Branchen die Anzahl an offenen Stellen klar mit dem Lockdown korreliert, sehen wir in anderen Branchen nach wie vor einen starken Bedarf an Mitarbeitern. Im Gegensatz zum ersten Lockdown fallen weder Jobsuchende, noch Arbeitgeber in eine Schockstarre und bereiten sich aktiv auf ein wirtschaftlich starkes 2021 vor!“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.