Investieren und Steuern sparen mit dem Gewinnfreibetrag

27. November 2020 Drucken
Investieren und Steuern sparen mit dem Gewinnfreibetrag
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Unternehmer können einen Teil ihres Gewinns steuerfrei stellen, indem sie in ausgewählte Wertpapiere oder bestimmte Anlagegüter investieren.

Der Gewinnfreibetrag (GFB) wurde in Österreich ab der Veranlagung 2010 eingeführt. Er beträgt bis zu 13 Prozent und steht allen natürlichen Personen und Personengesellschaften mit betrieblichen Einkunftsarten zu, wie zum Beispiel:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Gewinn mittels Einnahmen-Ausgaben Rechnung oder Bilanzierung ermittelt wird. Bis zu einem Grundfreibetrag von 30.000 Euro besteht kein Investitionsbedarf. Darüber hinaus sind zur Geltendmachung des Gewinnfreibetrages Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter erforderlich. Dazu zählen auch bestimmte Wertpapiere, wenn sie dem Anlagevermögen mindestens vier Jahre gewidmet werden.

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag

Übersteigt der Gewinn 30.000 Euro, steht der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag zu. Dieser ist mit steigender Bemessungsgrundlage (BMGL) gestaffelt:

  • Für die ersten 175.000 Euro der BMGL: 13 Prozent Gewinnfreibetrag
  • Für die nächsten 175.000 Euro der BMGL: 7 Prozent Gewinnfreibetrag
  • Für die nächsten 230.000 Euro der BMGL: 4,5 Prozent Gewinnfreibetrag

Insgesamt beträgt der mögliche Gewinnfreibetrag aufgrund der Staffelung somit 45.350 Euro pro Veranlagungsjahr.

Bis Jahresende sollte deshalb noch der Gewinn 2020 abgeschätzt und die Veranlagung in begünstigte Wertpapiere geprüft werden.

Matthias Köckeis, Abteilungsleiter Private Banking Unternehmer bei Erste Bank, informierte beim WKO Steuerabend 2020: