KMU nutzen Staatshilfen, haben aber massive Sorgen für 2021

22. Dezember 2020 Drucken
KMU nutzen Staatshilfen, haben aber massive Sorgen für 2021
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Eine vom Beratungsunternehmen „Finanzombudsmann“ durchgeführte Befragung bei 985 österreichischen KMU zeigt, dass sich in Zeiten von Corona viele Unternehmen Staatshilfen in Anspruch nehmen, sich aber 78 Prozent der Unternehmen Sorgen über ihre Liquidität/Zahlungsfähigkeit für das Jahr 2021 machen.

Österreichs Klein- und Mittelunternehmen nutzen die Staatshilfen, haben aber massive Sorgen für 2021. Stundungen und Kredite bauen sich als Schuldenfalle auf. Unsere Studien haben gezeigt, dass 2021 und 22 bis zu 100.000 österreichische KMU in ihrer Existenz gefährdet sind. Es wird 2021 und wohl auch 2022 nicht ohne staatliche Liquiditätshilfen gehen, damit Österreichs KMU überleben. Prominente Fälle – gerade im Tourismus oder in der Hotellerie wie das Griechenbeisl oder Aida zeigen die Dramatik der Situation. Auch der dritte und weitere drohende Lockdowns werden als Multiplikatoren kommender Insolvenzwellen noch lebensbedrohender für Österreichs KMU“, sagt Finanzombudsmann-Eigentümer Gerald Zmuegg.

Für rund 45 Prozent der KMU waren die Kredite auf Basis ÖHT und AWS-Haftung ausschlaggebend, die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Noch vor dem Fixkostenzuschuss mit 13 Prozent waren die Steuerstundungen mit 21 Prozent wichtiger, um die Liquidität zu bewahren. Für Zmuegg ist der Umstand, dass der Fixkostenzuschuss österreichweit betragsmäßig nicht einmal 10 Prozent der Kredite mit ÖHT- und AWS-Haftungen, aber auch der Steuerstundungen ausmacht, ein beunruhigendes Indiz, dass hier eine Schuldenfalle für die KMU geschaffen wurde.

KMU sorgen sich um ihre Zahlungsfähigkeit

Das zeigt auch die Auswertung, wonach 78 Prozent der Unternehmen sich besorgt betreffend die Zahlungsfähigkeit zeigen. Diese Fragestellung ist jedoch eine subjektive Wahrnehmung. Wenn konkreter gefragt wurde, ob die Liquidität für einen Monat ausreichend sei, gaben rund 30 Prozent keine Antwort. Hier werden nach Ansicht der Experten des Finanzombudsmannes Österreichs Unternehmen im Hinblick auf die steigenden Anforderungen der Banken 2021 hinsichtlich einer Professionalisierung gefordert sein.

Hinsichtlich der Hilfen zeigt die Bedeutung der AWS und ÖHT-Kredite deutlich, dass 45 Prozent der Befragten dieses Instrument als Wichtigstes für die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit angeben und rund 24 Prozent der Befragten einen neuerlichen Antrag für 2021 planen. Finanzombudsmann Zmuegg: „2021 wird für Österreichs KMU zum Jahr der Entscheidung. Gezielte, schnelle Staatshilfen, ein professionelles Krisenmanagement aller Beteiligten und Liquidität sind das wichtigste Überlebensprogramm für das Rückgrat der heimischen Wirtschaft.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.