EU-Kommission investiert Millionen in Startups

07. Januar 2021 Drucken
EU-Kommission investiert Millionen in Startups
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Startups aus Europa verlegen ihren Firmensitz häufig ins außereuropäische Ausland. Die EU-Kommission will dies nun mit Investitionen verhindern.

Um Startups in Europa zu halten, will die EU-Kommission in kleine und mittlere Unternehmen (KMU) investieren. Zunächst sollten 42 Unternehmen rund 178 Millionen Euro bekommen, teilte die Brüsseler Behörde mit. Es sollten Unternehmen unterstützt werden, die etwa im Bereich Gesundheit oder Kreislaufwirtschaft innovative und nachhaltige Technologien entwickelten.

„In Europa gibt es viele innovative und talentierte Startups, aber diese Unternehmen können häufig nicht wachsen oder verlegen ihren Firmensitz ins außereuropäische Ausland“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel. Mit dem neuen Programm solle „die Finanzierungslücke für hochinnovative Unternehmen geschlossen und zusätzliche private Investitionen mobilisiert“ werden.

Erste Startups erhalten Förderungen in Höhe von 178 Mio. Euro

Die Kapitalbeteiligungen, die zwischen 500 000 Euro und 15 Mio. Euro je Empfänger betragen können, sollen die Zuschussfinanzierung ergänzen, die bereits im Rahmen des EIC-Accelerator-Pilotprojekts gewährt wurde, um Unternehmen ein schnelleres Wachstum zu ermöglichen. Damit tätigt die Kommission zum ersten Mal direkte Beteiligungs- und beteiligungsähnliche Investitionen (Beteiligungsinvestitionen in Kombination mit Zuschüssen) in Startup-Unternehmen und erwirbt Eigentumsanteile von voraussichtlich 10 Prozent bis 25 Prozent.

Seit Dezember 2019 sind im Rahmen des EIC-Accelerator-Projekts bereits 293 Unternehmen ausgewählt worden, denen Zuschüsse von mehr als 563 Mio. Euro gewährt werden. Davon erhalten 159 Unternehmen zudem die neuen Beteiligungsinvestitionen aus dem EIC-Fonds. Die 42 Unternehmen, deren Unterstützung heute bekannt gegeben wurde, sind die ersten dieser Gruppe, die die Bewertung und die Sorgfaltsprüfung erfolgreich bestanden haben. Die anderen 117 Unternehmen durchlaufen diesen Prozess noch und erhalten die Unterstützung je nach dessen Ergebnissen.

Ein Unternehmen, das die EU-Kommission fördert, ist die französische Firma Corwave. Sie hat ein medizinisches Produkt für Menschen mit Herzfehlern entwickelt und will dieses nun auf den Markt bringen. Das Gerät unterstützt die linke Herzklappe und soll die Lebensqualität von Betroffenen deutlich verbessern.

Die neue Finanzierungsform sieht Kapitalbeteiligungen zwischen 500.000 und 15 Mio. Euro vor. So könnten Eigentumsanteile von voraussichtlich 10 bis 25 Prozent erworben werden, hieß es. Ausgewählt werden die Projekte vom im Juni 2020 eingerichteten Europäischen Innovationsrat. (APA/red)