Industriellenvereinigung: Fachhochschul-Ausbau stärkt Wirtschaftsstandort

27. Januar 2021 Drucken
Industriellenvereinigung: Fachhochschul-Ausbau stärkt Wirtschaftsstandort
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Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, fordert zusätzliche bundesfinanzierte FH-Plätze. Digitalisierung und mehr MINT-Fächer seien für den Standort von zentraler Bedeutung.

„Mit dem heutigen Start der Ausschreibung von 340 bundesfinanzierten Studienplätzen im Bereich Digitalisierung und MINT ab 2022/2023 setzt Bundesminister Heinz Faßmann wichtige bildungspolitische Schritte. Das ist für den Wirtschaftsstandort Österreich zentral“, zeigt sich Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), über den heutigen Ministerratsbeschluss erfreut. Die Industrie sehe es sehr positiv, dass das Erfolgsmodell Fachhochschule weiter gestärkt wird.

„Der Schwerpunkt auf den technisch-naturwissenschaftlichen MINT- und Digitalisierungsbereich sowie auf die Themen ‚Industrie 4.0, Informationstechnik, Automatisierung, künstliche Intelligenz und Cyber-Security und E-Government‘, berücksichtigt eine langjährige Forderung der Industrie. Gesamtwirtschaftlich gesehen ist das dringend notwendig“, so Neumayer weiter. Richtig und wichtig sei außerdem, dass es spezielle Maßnahmen zur Förderung des Studieninteresses von Frauen geben soll. „Mädchen und Frauen für technische Fächer und Berufe zu begeistern – und auch während des Studiums gezielt zu fördern – ist entscheidend. Vergessen wir aber trotzdem nicht, dass die Begeisterung für Technik schon in Kindergarten und Pflichtschule geweckt werden muss“, stellt Neumayer klar.

Industriellenvereinigung fordert Erhöhung der MINT-Quote

„Die Personalschwierigkeiten der Unternehmen gerade bei MINT-Hochqualifizierten gehören auch weiterhin zu den größten Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort“, hält der IV-Generalsekretär fest. Auch die COVID-Krise ändere daran kaum etwas, denn noch immer hätten 3 von 4 Industrieunternehmen Personalprobleme im hochqualifizierten Technikbereich – „im Gegenteil, die Nachfrage zieht weiter an“.

Laut aktuellen Prognosen würden bis 2025 über 55.000 neue MINT-Jobs entstehen, knapp 30.000 alleine im IKT-Bereich. Auch erinnerte der IV-Generalsekretär an eine der zentralen Zielsetzungen in der jüngst beschlossenen FTI-Strategie der Bundesregierung: Auf dem Weg unter die führenden 5 Innovationsstandorte in Europa wurde ein Plus von 20 Prozent bei den Absolventinnen und Absolventen von MINT-Fächern bis 2030 festgeschrieben. „Aus unserer Sicht braucht es die Erarbeitung einer konkreten MINT-Roadmap, um dieses Ziel zu erreichen.

Der Ausbau des FH-Sektors muss darin einen wichtigen Stellenwert haben. Die Festlegung in einem FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplan für die Jahre 2023 bis 2027 wäre dafür die Grundvoraussetzung“, so Neumayer abschließend.

Die Regierung hat im Ministerrat auch die neue Forschungsstrategie 2030 sowie den im neuen Forschungsfinanzierungsgesetz vorgesehenen „Pakt für Forschung, Technologie und Innovation“ (FTI-Pakt) beschlossen. In diesem Pakt sind für die zehn wichtigsten Forschungsförderagenturen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen insgesamt 3,86 Mrd. Euro für die Jahre 2021 bis 2023 vorgesehen, das ist um 27 Prozent mehr als ihnen im Zeitraum 2018 bis 2020 zur Verfügung gestanden ist.