Österreichs Wirtschaft Ende 2020 wieder geschrumpft

29. Januar 2021 Drucken
Österreichs Wirtschaft Ende 2020 wieder geschrumpft
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Nach einer Erholung im dritten Quartal ist die Wirtschaftsleistung in Österreich zu Jahresende wieder stark eingebrochen, aber nicht so massiv wie im Frühjahr 2020. Im vierten Quartal lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,3 Prozent unter dem Vorquartal, in dem es zwischen den Lockdowns 12,0 Prozent Plus gegeben hatte.

Negativ betroffen waren in österreichs Wirtschaft laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) durch die Einschränkungen im zweiten Lockdown vor allem die Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie die Wertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen. Tourismus, Handel, Verkehr sowie die Bereiche Unterhaltung und Erholung hätten im vierten Quartal deutliche Einbußen verzeichnet, so das Wifo. Die Bau- und Industriekonjunktur verlief dagegen stabiler.

In Handel, Beherbergung, Gastronomie und Verkehr sank die Wertschöpfung in den letzten drei Monaten 2020 im Vergleich zum Quartal davor um 19,7 Prozent. Bei den sonstigen Dienstleistungen, die persönliche Dienstleistungen wie Friseure, Kunst, Unterhaltung und Erholung umfassen, betrug der Rückgang 25,2 Prozent, ermittelte das Wifo zu seiner Schnellschätzung für das vierte Quartal. Im dritten Quartal hatten diese beiden Bereiche noch um 32,9 bzw. 39,2 Prozent zugelegt, waren von April bis Juni aber um 21,2 bzw. 26,9 Prozent im Quartalsabstand geschrumpft.

Österreichs Wirtschaft: Rückgang bei der Konsumnachfrage, stabile Industrie

Im Gleichklang ging im vierten Quartal laut Wifo die Konsumnachfrage der privaten Haushalte (samt privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) ebenfalls wieder kräftig zurück – und zwar um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im vorhergehenden Vierteljahr waren die privaten Konsumausgaben im Quartalsabstand um 12,9 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal mit minus 11,2 Prozent dagegen noch stärker abgesackt als jetzt zuletzt.

Stabiler verlief laut Wifo gegen Jahresende die Industrie- und Baukonjunktur. Im vierten Quartal legte in der Industrie die Wertschöpfung um 1,0 Prozent zu, in der Bauwirtschaft lag sie 1,6 Prozent unter dem Vorquartal.

Die Außenwirtschaft war weiter vom weltweiten Abschwung geprägt. Die Exporte sanken im Quartalsabstand um 1,1 Prozent (nach 16,1 Prozent Anstieg im dritten und 18,4 Prozent Rückgang im zweiten Vierteljahr, jeweils gegenüber dem Vorquartal). Die Importe gingen um 0,7 Prozent zurück (nach +12,1 Prozent und -17,4 Prozent davor). Die Investitionsnachfrage entwickelte sich laut Wifo stabil, die Bruttoanlageinvestitionen veränderten sich kaum. (APA/red)

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