Shoppingcenter mit Wiedereröffnung durchwegs zufrieden

09. Februar 2021 Drucken
Shoppingcenter mit Wiedereröffnung durchwegs zufrieden
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Die Einkaufszentren in Österreich haben eine zufriedenstellende Bilanz des ersten Handelstages nach dem sechswöchigen Corona-Lockdown gezogen.

Für einen Montag war die Kundenfrequenz hoch und die Umsätze gut, hieß es bei einem Rundruf der APA. Gut besucht waren vor allem Shoppingcenter, Elektronikhändler sowie die Bekleidungs- und Schuhgeschäfte. Und, einigen Kindern dürfte während der Geschäftsschließungen das Gewand zu klein geworden sein.

Besonders gefragt und damit ein „absolutes Highlight“ sei nämlich Kinderbekleidung gewesen. „Da dürfte es schon einen Notstand gegeben haben“, erzählte Shoppingcenter-Leiter Christian Stagl vom Fischapark in Wiener Neustadt in Niederösterreich. Oft über die Ladentische gereicht worden seien außerdem Schuhe sowie Elektroartikel. Die Einhaltung der 20-Quadratmeter-Regel sei zwar herausfordernd gewesen, man sei allerdings „gut drübergekommen“, so Stagl.

Im Shoppingcenter Murpark an der Osteinfahrt von Graz war der Montag laut Center-Managerin Edith Münzer ein „sehr guter, entspannter“ erster Tag nach dem Lockdown: „Die Kunden waren extrem kauffreudig und diszipliniert“, sagte sie zur APA. Die Frequenz sei zwar nicht mit einem Advent-Einkaufssamstag vergleichbar gewesen, aber es war ein starker Montag, ähnlich wie der 7. Dezember, als ebenfalls nach einem Lockdown geöffnet worden war. Mit dafür verantwortlich sei sicher auch, dass in der Steiermark nun Semesterferien sind, meinte Münzer. Besonders gefragt waren Textilien, besonders für den Sport, aber auch Schuhe. Und auch die Friseure im Einkaufszentrum seien gut besucht gewesen.

Der Betreiber des größten Einkaufszentrums in Österreich, der Shopping City Süd (SCS) im Süden von Wien, berichtete, dass sowohl dort als auch im Donauzentrum die Frequenz über den Erwartungen und auch über dem Niveau bei der Wiedereröffnung im Mai des Vorjahres gelegen sei. Im Bereich des Mode- und Textilhandels sei ein gewisser Nachholeffekt zu erkennen gewesen. „Die Händler dieser Branchen zeigten sich mit der Wiedereröffnung sehr zufrieden. Auch das Thema Gutscheine macht sich bemerkbar. Viele Kunden nutzten die Gelegenheit, um Weihnachtsgutscheine einzulösen“, berichtete ein Sprecher.

Shoppingcenter zeigen sich zufrieden

Das Designer Outlet in Parndorf im Burgenland war am ersten Einkaufstag ebenfalls gut besucht, wie General-Manager Mario Schwann berichtete. „Man spürte, wie sehr sich die Besucher wieder auf Abwechslung und einen Shoppingbesuch gefreut haben.“ Ähnlich fiel die Bilanz im Einkaufszentrum Oberwart aus. Dort war man mit der Wiedereröffnung „sehr zufrieden“. Es habe keinen Ansturm, aber doch zahlreiche Kunden gegeben, so Centermanagerin Alexandra Wieseneder. Alles sei diszipliniert abgelaufen, es sei zu keinem einzigen Vorfall aufgrund von Verstößen gegen die Corona-Regeln gekommen.

Eine „sehr positive Bilanz“ vom ersten Öffnungstag zog auch Richard Oswald, der Center-Manager des Villacher Einkaufszentrums Atrio. „Es war kein extremer Andrang, deshalb hat es auch keine Staus gegeben. Aber viele Shoppartner waren gestern mit dem Auftakt sehr zufrieden“, erklärte Oswald. Besonders der Sportbereich und Modegeschäfte hätten regen Betrieb verzeichnet. „Der Schlussverkauf wird noch einige Zeit dauern und auch Rabattaktionen werden gut angenommen.“ Ausgeblieben ist der große Andrang bisher noch bei den Friseuren im Center, resümierte Oswald: „Es hat aber schon viele Anfragen gegeben.“ Er geht davon aus, dass sich der Betrieb im Laufe der Woche einpendeln wird. Sehr diszipliniert seien die Kunden am Eröffnungstag gewesen, was die FFP2-Maskenpflicht und die Einhaltung der Abstandsregeln anging.

Im Einkaufszentrum Cyta in Völs bei Innsbruck haben die Menschen am Montag sehr „zielstrebig“ eingekauft, wie Cyta-Chef Erich Pechlaner der APA berichtete. Die Verweildauer der Kunden sei relativ kurz gewesen, was wohl auch der geschlossenen Gastronomie zuzurechnen sei, meinte er. Mit der Frequenz zeigte er sich durchaus zufrieden, zudem sei unter den Mitarbeitern eine gewisse „Euphorie“ aufgrund der Öffnung zu spüren gewesen. Am stärksten nachgefragt waren Textil- und Schuhgeschäfte sowie die Lebensmittelläden. Lange Schlangen vor den Shops habe es in der Cyta allerdings nicht gegeben – wenn dann nur vereinzelt vor Geschäften, die einen sehr kleinen Kundenbereich haben, wie etwa vor der Trafik oder dem Handyshop.

Großer Andrang auch im Westen

In Vorarlbergs größtem Einkaufszentrum Messepark hat die starke Frequenz bis zum Abend angehalten, „überrannt wurden wir aber nicht“, so Geschäftsführer Burkhard Dünser. Es seien mehr Leute zum Einkaufen gekommen als an einem „normalen“ Tag ohne Pandemie, vergleichbar mit einem Samstag. Besonders regen Zulauf hätten die Elektro-Branche sowie die Textil- und Sportgeschäfte erfahren, „der Rest war normal“, so der Geschäftsführer.

Auch das Salzburger Einkaufszentrum Europark berichtete von einer Besucherfrequenz, die über einem Standard-Montag lag. „Von Spitzenwerten waren wir aber weit entfernt“, sagte Center-Manager Manuel Mayer zur APA. Über die Umsätze der einzelnen Geschäfte könne er nur schwer etwas sagen. „Wichtig war gestern vor allem, dass die Händler mit dem Aufsperren endlich wieder eine Perspektive hatten.“ Die Zahl der Besucher im Europark habe im Lauf des Tages stetig zugenommen. „Der Nachmittag war dann sehr gut besucht. Der Montag ist da sicher von einem gewissen Nachholbedarf gekennzeichnet gewesen.“ Vor allem junge Menschen seien gestern im Haus gewesen. „Viele hatten noch Gutscheine, auch die Rabattangebote der Händler dürften die Menschen angezogen haben“, sagte Mayer. Sehr gut besucht waren nach Ende des Lockdowns junge Textillabels, stärker nachgefragt wurden in Salzburg auch Technik, Sportartikel und Bücher.

Die Innenstadt-Shoppingmall „Passage Linz“ war nach dem ersten Handelstag nach dem Lockdown „sehr froh“, wie die Centerleiterin Julia Kretz auf APA-Anfrage mitteilte. Die Frequenz und die Umsätze am Montag hätten einem normalen Einkaufstag entsprochen. Die Kunden seien sehr diszipliniert gewesen, mit Masken gekommen und hätten auch auf den Einlass gewartet – „ein sicheres entspanntes Einkaufen“, versicherte Kretz. Die Menschen seien durchwegs gezielt und mit Kaufabsicht gekommen. Das Herumbummeln blieb aus, weil die Gastronomie im Gebäude nach wie vor geschlossen sei. Besonders gesucht waren Angebote des Textilhandels. Dieser sei bestrebt, die mit Winterware gefüllten Lager zu leeren, um Platz und Geld für den Einkauf der Frühjahrs- und Sommermode zu bekommen.

In der Lugner-City in der Bundeshauptstadt ist man mit dem Verlauf des ersten Öffnungstages ebenfalls äußerst zufrieden. „Es ist hervorragend gelaufen“, sagte Eigentümer Richard Lugner der APA. Man habe gemerkt, dass viele froh seien, nach sechs Wochen wieder einkaufen gehen zu können. Gefragt waren demnach etwa Kleidung, Schuhe, aber auch Unterhaltungselektronik. Problematisch sei jedoch mitunter die Platzbeschränkung, also die 20-Quadratmeter-Regel, befand er. Denn es seien mitunter 30 oder 40 Leute in den Schlangen vor den Shops gestanden. „Da werden oft keine Abstände eingehalten, gar nix.“ Wenn zwei gut gehende Geschäfte nebeneinander liegen, komme es da schon zu einem „ordentlichen Wirbel“. In den Verkaufsräumen, so zeigte er sich überzeugt, würden sich die Menschen besser verteilen.

Einkaufszentren, so betonte Lugner, hätten derzeit einen Vorteil – nämlich die WC-Anlagen. Er habe mit Kunden gesprochen, die ihm erklärt hätten, sie würden derzeit Einkaufsstraßen eher meiden. Denn dort gebe es angesichts der geschlossenen Gastronomie derzeit viel weniger Möglichkeiten, aufs Klo zu gehen.

Jedoch wurde auch aus den Einkaufsmeilen eine gute Frequenz gemeldet, wie Margarete Gumprecht, die Handelsobfrau der Wirtschaftskammer Wien, berichtete: „Die Vorschriften werden eingehalten, es wird diszipliniert agiert. FFP2-Maske tragen und Abstand halten haben mittlerweile die meisten verinnerlicht“, zeigte sie sich erfreut: „Je nach Lage sind die Umsätze gut und geben dem Handel einen wichtigen Hoffnungsschimmer.“

Vor einzelnen Geschäften, besonders jenen mit Rabattaktionen, hätten sich Schlangen gebildet. „Durch die Quadratmeterbeschränkung geht es schnell, dass einige Kunden vor der Tür warten müssen, was auch gut funktioniert hat“, befand Gumprecht. In Rand- und Nebenlagen sei der Anteil der kaufenden Kunden noch überschaubar gewesen.

Da ein Wintereinbruch vorhergesagt wird, erwartet Gumprecht, dass noch einiges an Wintertextilien bzw. Saisonartikeln verkauft werde. Dies sei besonders wichtig für den schwer getroffenen Mode- und Sporthandel. „Aufgeholt werden kann das Verlorene aber nicht mehr“, fügte sie hinzu. (APA/red)

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