FFG: Innovationsscheck bietet KMU raschen Einstieg in Forschung und Innovation

17. Februar 2021 Drucken
FFG: Innovationsscheck bietet KMU raschen Einstieg in Forschung und Innovation
Kathrin Zettel, Skiweltmeisterin und Gesellschafterin der Blue Power GmbH, Klimaschutzministerin Gewessler und Wirtschaftsministerin Schrambšöck. © FFG / Astrid Knie

Eingeführt im Jahr 2007, unterstützt der Scheck seit zwei Jahren in der Form des „Innovationsschecks mit Selbstbehalt“ heimische Unternehmen dabei neue Ideen zu entwickeln. Jetzt wurde der 1.000ste Scheck bewilligt.

Viele Kleine und Mittlere Unternehmen in Österreich sehen zwar Chancen, die ihnen innovative Produkte oder Dienstleistungen am Markt eröffnen, verfügen aber häufig nicht über die Kapazitäten, diese selbst zu entwickeln. Mit dem Innovationsscheck als „Einsteigerformat“ sollen KMU rasch und unkompliziert Forschungsdienstleistungen zukaufen, dabei werden bis zu 10.000 Euro übernommen. „So unterstützen wir Unternehmen, regelmäßiger und häufiger Innovationstätigkeiten durchzuführen,“ so die beiden Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

„Durch den Innovationscheck unterstützen wir KMU sowie Startups bei ihren ersten Schritten in der Forschung. Der Scheck ist dabei erst der Anfang: Rund ein Drittel aller Unternehmen, die einen Innovationsscheck in Anspruch genommen haben, steigen dauerhaft in die Welt von Forschung und Innovation ein. Damit hat dieses einfache und niederschwellige Förderangebot über die Jahre maßgeblich dazu beigetragen, die Zahl der innovativen Unternehmen in Österreich deutlich zu steigern“, sagt Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck, anlässlich der Genehmigung des 1000. Innovationsschecks, im Haus der Forschung in Wien.

Starthilfe für innovative Startups

„Innovationen sind ein wesentlicher Hebel, der unsere Wirtschafts- und Wettbewerbsfähigkeit vorantreibt. Der Wettbewerb der Zukunft wird ein Wettbewerb um die grünsten Produkte und grünsten Produktionsweise sein. Für Unternehmen sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit daher ganz besonders wichtige Handlungsfelder. Der bewährte Innovationsscheck unterstützt Unternehmen dabei erfolgreich ihre Projekte zur Marktreife zu führen. Besonders freut mich, dass Klimaschutz-Einreichungen gefragter sind, denn je“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Ein Beispiel für den Erfolg des Schecks ist die Blue Power GmbH, die 2016 als Startup begonnen und 2020 erfolgreich einen Innovationsscheck eingelöst hat. Das Unternehmen ist seither mit weiteren Forschungsprojekten aktiv und arbeitet im Bereich der Kleinwindkraftanlagen. Das steirische Unternehmen gilt als Best Practice-Beispiel. „Mit dem Innovationsscheck ist uns der Einstieg in die Welt von Forschung und Entwicklung gelungen“, sagt Kathrin Zettel, Skiweltmeisterin und Gesellschafterin der Blue Power GmbH. „Wir haben mit BlueOne eine 1kW-Kleinwindkraftanlage entwickelt, die schon ab einer Windgeschwindigkeit von 3 Meter pro Sekunde mit der Stromerzeugung beginnt und flexibel – egal ob auf einem Flach- oder Satteldach integriert, als Insellösung oder im Garten auf einem Mast platziert – eingesetzt werden kann“, erklärt Blue Power-Geschäftsführer Herbert Gösweiner.

Der Innovationsscheck in neuer Form

Den Innovationsscheck mit Selbstbehalt gibt es in dieser Form seit zwei Jahren. Davor war der Innovationsscheck in zwei Vorgängerformaten erhältlich. Insgesamt wurden seit dem Start im Jahr 2007 über 6.600 Schecks von heimischen KMU eingelöst. In den Projekten geht es am häufigsten um die Themen Informations- und Kommunikationstechnologien, Produktionstechnologien, Energie/Umwelt und Life Sciences. Die meisten KMU kommen aus dem Dienstleistungssektor. Die häufigsten Forschungspartner waren Universitäten (41 Prozent), außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (38 Prozent) und Fachhochschulen (20 Prozent). Die meisten Schecks wurden von Unternehmen in Wien (25 Prozent), Oberösterreich (19,7 Prozent), Steiermark (19,3 Prozent) und Niederösterreich (14,8 Prozent) beantragt.

Ob es sich um Ideenstudien, Prototypenerstellung, Vorbereitungsarbeiten, Konzepte, oder kleinere Entwicklungen handelt – Bis zu 10.000 Euro (plus einem 20-prozentigem Selbstbehalt) werden dabei aus dem Innovationsscheck übernommen. Die Einreichung erfolgt völlig unbürokratisch und ist jederzeit und für alle Themen bzw. Branchen möglich. Pro Jahr kann von einem Unternehmen maximal ein Scheck beantragt werden, er muss innerhalb eines Jahres eingelöst werden.

Das Budget wird vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) zur Verfügung gestellt. Die FFG garantiert nicht nur eine umfassende Beratung, rasche Bearbeitung und Entscheidung über die Innovationsscheck-Anträge, sondern stellt für jene Unternehmen, die noch keinen geeigneten Forschungspartner gefunden haben, auch eine Datenbank möglicher Dienstleister zur Verfügung.