Energieversorgung: Infrastrukturausbau notwendig

26. Februar 2021 Drucken
Energieversorgung: Infrastrukturausbau notwendig
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Für die Energiewende mit immer mehr Erneuerbarem-Strom und die Einbindung der Energiegemeinschaften muss die E-Wirtschaft den Infrastrukturausbau beschleunigen, vor allem im Bereich der Verteilernetze. Zur Unterstützung der Versorgungssicherheit seien zudem auch „grüne Gase“ nötig, sagt Michael Strugl, Präsident Oesterreichs Energie, und auch künftig werde man thermische Kraftwerke als Netzreserve brauchen.

Die Versorgungssicherheit sei das wichtigste Ziel, sagte der oberste Branchenvertreter Michael Strugl. Strom müsse nicht nur sauber und leistbar sein, sondern auch sicher zum Verbraucher kommen. Zum Nulltarif gebe es die Versorgungssicherheit aber nicht, so Strugl bei einer Trendforum-Diskussion von Österreichs Energie. In Österreich gebe es im Jahr nur 25 Minuten ungeplante Unterbrechung. Wolle man dieses Niveau halten, müsse man für die Energieversorgung einiges tun.

In dem Ausmaß, in dem immer mehr volatile Windkraft und Photovoltaik integriert werde, müssten die Netze und die übrige Infrastruktur ausgebaut werden – bei den Verteilnetzen und den Übertragungsnetzen, sagte Strugl, der auch Chef des Stromkonzerns Verbund ist. Zudem seien Stromspeicher nötig, um nicht nur auf Importe angewiesen zu sein, wenn es wie zuletzt im Jänner wenig Elektrizität aus Wasserkraft, Sonne oder Wind gebe. Das müsse auch den Planungsverantwortlichen in Österreich bewusst sein.

Energieversorgung: Hohe Zuverlässigkeit in Österreich

Österreich habe im Grund ein sehr sicheres System – die Versorgungszuverlässigkeit sei sehr hoch, so Gerhard Christiner, der technische Vorstand des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG). Auch bei der Transformation des Energiesystems und dem Weg in die Erneuerbaren müsse darauf geachtet werden, dass die Balance erhalten bleibe. Immer wieder gebe es Situationen, wo der Strommarkt Ergebnisse liefere, die physikalisch nicht darstellbar seien. „Dann greifen wir mit Redispatch präventiv ins Netz ein, damit wir sicher sind“, so Christiner. „Das sind de facto immer Notmaßnahmen, damit das System funktioniert.“

Selbst wenn die Stromerzeugung aus Erneuerbaren übers Jahr gesehen gut sei – wie etwa im Jahr 2020 -, seien es fehlende Netzkapazitäten, die eine optimale marktwirtschaftliche Verteilung verhinderten. Diese fehlende Infrastruktur führe dazu, dass die APG bereits fast täglich – im Jänner 22 Tage – zu Redispatch-Maßnahmen greifen müsse. Die Verbraucher hätten die notwendigen Maßnahmen im Jahr 2020 monatlich rund 11 Mio. Euro gekostet. Das zeige, wie unerlässlich und dringend die Investitionen in ein modernisiertes und leistungsstarkes Stromnetz für die Versorgungssicherheit des Landes und das Erreichen der Energiewende seien. Die APG will heuer nach eigenen Angaben rund 357 Mio. Euro in die Strominfrastruktur investieren. (APA/red)