Neue Studie ortet fehlende Vielfalt in der Wissenschaft

02. März 2021 Drucken
Neue Studie ortet fehlende Vielfalt in der Wissenschaft
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Eine fehlende Vielfalt in der Wissenschaft ortet eine Studie der Universität Wien. Unter Anderem würde die Sicht der Frauen in der Forschung fehlen.

Eine fehlende Vielfalt in der Wissenschaft ortet eine Studie der Universität Wien. Demnach stammen in den führenden Fachzeitschriften für Ökologie und Naturschutz die meisten Veröffentlichungen von männlichen Autoren aus englischsprachigen Ländern.

Dagegen gebe es kaum Frauen und Experten des Globalen Südens unter den Autoren, berichtet die Biologin Bea Maas im Fachjournal „Conservation Letters“.

In der Studie hat Maas rund 1.000 Autorinnen und Autoren analysiert, die zwischen 1945 und 2019 die meisten wissenschaftlichen Arbeiten in den 13 führenden Fachzeitschriften für Ökologie und Naturschutz publiziert haben.

Darunter sind nur elf Prozent Frauen und 75 Prozent der Artikel stammen aus nur fünf Ländern des Globalen Nordens (USA, Großbritannien, Australien, Deutschland und Kanada). Dagegen gebe es kaum Autoren aus Indien, China und anderen bevölkerungsreichen Regionen mit großer Bedeutung für globalen Naturschutz und Nachhaltigkeit.

Studie: Vielfältige Perspektiven fehlen

„Dieses massive Ungleichgewicht in der wissenschaftlichen Autorenschaft ist äußerst bedenklich, besonders im Bereich Ökologie und Naturschutz, wo vielfältige Perspektiven zur Lösung globaler Klima- und Umweltherausforderungen gebraucht werden“, erklärte Maas in einer Aussendung der Uni Wien.

Der Mangel an Vielfalt betreffe auch die wissenschaftliche Führungsebene, meint die Biologin: „Oft entscheiden Publikationsleistungen und insbesondere Top-Autorenschaft über die Entwicklung einer Karriere und die Vergabe von Führungspositionen.“

Die Studie empfiehlt wissenschaftlichen Zeitschriften und Gesellschaften, besondere Anstrengungen zu unternehmen, Vielfalt und Inklusion in der Vergabe von Führungspositionen zu fördern. Der Verlauf wissenschaftlicher Karrieren sollte anhand vielseitiger Kompetenzen jenseits von Publikationsleistungen bewertet werden.

Zudem sprechen sich die Studienautoren für strukturelle Änderungen zur Förderung von Elternzeit und Vielfalt unter Mitarbeitern und Ko-Autoren aus, „um die Integrität wissenschaftlicher Gemeinschaften zu fördern und zu schützen“. (APA/red)