Führungsposition: Glasdecke für Frauen an Montanuni und Medizinunis

05. März 2021 Drucken
Führungsposition: Glasdecke für Frauen an Montanuni und Medizinunis
© APA (Hochmuth)

Die gläserne Decke für Frauen ist an der Montanuni Leoben und den Medizinischen Universitäten am dicksten. Das zeigt der im Gender Monitoring des Bildungsministeriums ausgewiesene „Glasdecken-Index“.

An diesen Unis sind die Chancen von Forscherinnen auf eine wissenschaftliche Führungsposition am geringsten. Am höchsten sind sie dagegen an den Kunstunis sowie überraschenderweise an der Technischen Universität (TU) Wien.

Für den Index wird der Frauenanteil des gesamten wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Personals in Relation zum Frauenanteil in wissenschaftlichen oder künstlerischen Führungspositionen gesetzt.

Ein Wert von 1 deutet auf gleiche Aufstiegschancen für Frauen und Männer hin. Je höher der Wert über 1 hinausgeht, desto „dicker“ ist die gläserne Decke, die wiederum schlechtere Karrierechancen für Frauen signalisiert. Der Index bewertet also nicht die Chance auf einen Einstieg in eine Uni-Karriere, sondern auf einen Aufstieg im System.

Führungsposition: Quote bei Professoren nur vier Prozent

Mit weitem Abstand am schlechtesten sind demnach die Chancen von weiblichen Nachwuchskräften an der Montauni Leoben. Sie kam 2019 auf einen Glasdecken-Wert von 5,74 und lag damit noch schlechter als 2016. Schon bei den Assistenten liegt die Uni mit einem Frauenanteil von nur rund einem Viertel fast am Schluss – bei den Professoren beträgt die Quote nur mehr vier Prozent. Glasdecken-Werte von knapp über 2 werden auch an den drei Medizin-Unis registriert, die Veterinärmedizinische Universität und die Wirtschaftsuniversität bleiben knapp unter 2.

Praktisch freien Himmel haben die Mitarbeiterinnen an der Universität für angewandte Kunst (1,08) bzw. der Akademie der bildenden Künste (1,03) über sich. Auch die anderen Kunstunis mit Ausnahme der Musikuni Graz (1,53) erreichten Werte um die 1,2.

Von den restlichen Unis stach vor allem die TU Wien (1,33) positiv hervor. An der TU steigen zwar nur relativ wenige Frauen in eine wissenschaftliche Karriere ein – während dieser haben sie aber bessere Chancen auf eine Führungsposition als an den anderen wissenschaftlichen Unis. (APA/red)