Flexibles Arbeiten ist entscheidend für die Mitarbeiterbindung

26. März 2021 Drucken
Flexibles Arbeiten ist entscheidend für die Mitarbeiterbindung
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Flexibles Arbeiten ist weltweit auf dem Vormarsch. Unternehmen müssen sich aber den Strukturen, Kultur und Technologie anpassen, sonst schauen sich die Mitarbeiter anderswo um. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forrester Studie im Auftrag von LogMeIn.

Der Trend zu Remote Work wurde durch die Pandemie rapide beschleunigt und ist heute für den Geschäftserfolg von Unternehmen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter unerlässlich. Hybride Arbeitsmodelle und flexibles Arbeiten werden zur Realität, aber es liegt noch viel Arbeit vor den Unternehmen. Firmen müssen in die Etablierung flexibler Arbeitsrichtlinien und -programme investieren und ein erhebliches Vertrauensdefizit zwischen Entscheidungsträgern und Mitarbeitern beseitigen, das ist das Ergebnis einer Forrester-Studie im Auftrag von LogMeIn.

Das Home-Office steht an einem Scheideweg. Die Arbeit von zu Hause stellte in der Pandemie für viele Mitarbeiter eine Notwendigkeit dar und tut dies immer noch. Viele Arbeitnehmer haben dabei die Vorteile der größeren Flexibilität schätzen gelernt und möchten darauf auch zukünftig nicht mehr verzichten. Fast drei Viertel der Befragten gaben an, dass die Pandemie sie dazu gebracht hat, in Zukunft mehr aus der Ferne arbeiten zu wollen. 83 Prozent der Arbeitnehmer sagten, dass sie eher in ihrem Unternehmen bleiben würden, wenn sie flexibel arbeiten dürften. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sogar bereit wären, im Tausch gegen die Flexibilität weniger Lohn zu akzeptieren.

Flexibles Arbeiten: Entscheidungsträger denken oft noch zu konservativ

Viele Entscheidungsträger und Führungskräfte haben jedoch immer noch eine konservative Sichtweise auf die Fernarbeit und sehen sie weniger als Wettbewerbsvorteil. Über die Hälfte (56 Prozent) der befragten Mitarbeiter sagten, dass sie produktiver sind, wenn sie remote arbeiten. Und 61 Prozent erledigen in einem 8-Stunden-Arbeitstag remote mehr als im Büro. Im Gegensatz dazu glauben nur 5 Prozent der befragten Entscheidungsträger, dass Remote-Mitarbeiter produktiver sind, und 70 Prozent gaben an, dass sie Mitarbeitern bei der Arbeit im Büro mehr vertrauen.

Obwohl Unternehmen die Verschiebung hin zu hybrider oder digitaler Arbeit als Chance nutzen sollten, um die vor einem Jahr eilig eingeführten Tools und Programme für Remote Work ausreifen zu lassen, ist dies oft noch nicht der Fall. Die Umstellung auf ein flexibles Arbeitsmodell ist keine einfache Aufgabe, aber sie ist entscheidend für den Geschäftserfolg. Die Ergebnisse der Studie im Deatil:

Gute Work-Life-Balance und psychische Gesundheit von Mitarbeitern müssen an erster Stelle stehen:

  • 62 Prozent der befragten Mitarbeiter sind glücklicher, wenn sie remote arbeiten.
  • Nur 44 Prozent der Mitarbeiter waren der Meinung, dass ihr Unternehmen die Bedürfnisse der psychischen Gesundheit bei der remote Arbeit effektiv unterstützt. Dabei lohnt es sich für Unternehmen hier nachzubessern: Die Daten zeigten, dass Mitarbeiter in Unternehmen, die ein Programm zur Unterstützung der psychischen Gesundheit anbieten, zufriedener mit ihrer Arbeit sind, mehr Energie bei der Arbeit haben und eher bereit sind, für längere Zeit in ihrem aktuellen Unternehmen zu bleiben.
  • Mitarbeiter mit hoher Zufriedenheit bei der Arbeit im Home-Office hatten ein gutes Gefühl in Bezug zu ihrem Unternehmen (89 Prozent), fühlten sich von ihrer Arbeit inspiriert (90 Prozent) und waren mit ihrer Arbeit insgesamt zufrieden (95 Prozent).

Geeignete Richtlinien und Dokumentationen für flexibles Arbeiten sind entscheidend:

  • Die Hälfte der befragten Entscheider gab an, dass ihre Unternehmen über ein formalisiertes Programm für flexible Arbeit verfügen. Trotzdem erfüllen weniger als ein Prozent alle Vorgaben der von Forrester aufgestellten Richtlinien für ein Programm für flexible Arbeit.
  • Nur etwa ein Fünftel (21 Prozent) der Mitarbeiter geben an, dass sie wählen können, welche Arbeitsmodelle für sie am besten geeignet ist.
  • Nur 38 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass ihr Unternehmen über eine Dokumentation zu den Arbeitsmodellen verfügt und nur 18 Prozent haben diese gelesen. Mitarbeiter, die diese Kriterien kennen, sind doppelt so häufig mit ihrer Remote-Arbeit zufrieden.

Richtige Technologie entscheidend für nahtlose und sichere Zusammenarbeit:

  • Technologieentscheidungen dürfen nicht einseitig getroffen oder primär von Kosteneinsparungen getrieben sein. 82 Prozent der Entscheider geben an, dass eine Kaufentscheidung idealerweise zu gleichen Teilen von der Personalabteilung und der IT-Abteilung getroffen werden sollte. Allerdings treffen nur etwa die Hälfte (51 Prozent) der Unternehmen ihre Technologieentscheidungen auf diese Weise.
  • 81 Prozent der Entscheider sind der Meinung, dass sie die Privatsphäre von Mitarbeitern im Büro und remote effektiv schützen, aber nur 58 Prozent der Mitarbeiter sind mit ihrem Arbeitgeber in diesem Bereich zufrieden.
  • IT-Entscheider scheinen diese Lücke ebenfalls zu sehen. Während 76 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass eine leistungsstarke Technologie-Suite für Remote Work die Compliance verbessern würde, sind nur 58 Prozent der Meinung, dass ihre Suite dies heute tut.

Unternehmen sollten sich zukünftig auf die vier wichtigsten Säulen konzentrieren, die Forrester für Remote Work definiert hat: Struktur, Kultur, Technologie und Compliance. Auf dieser Basis lässt sich flexibles Arbeiten erfolgreich umsetzen und die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter erhöhen. Zudem können Unternehmen damit vielfältige Talente anziehen und halten. Die Studie legt nahe, dass die Verzahnung von flexiblen Arbeitsmodellen und die Fokussierung auf diese Säulen Unternehmen dabei hilft, einen hohen Reifegrad bei der Remote-Arbeit zu erreichen.