PCR-Test: „Alles gurgelt!“ startet in Wien

26. März 2021 Drucken
PCR-Test: „Alles gurgelt!“ startet in Wien
© Lifebrain Group

Das Projekt „Alles gurgelt!“ der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien, des Startup’s Lead Horizon und des Analysepartners Lifebrain Group wird nach absolvierter Testphase bei rund 4.000 Wiener Betrieben mit bislang rund 200.000 durchgeführten Tests nun Schritt für Schritt auf alle Wiener Haushalte ausgerollt.

Ziel der Test-Initiative ist es, der gesamten Wiener Bevölkerung die Möglichkeit zum regelmäßigen mit dem PCR-Verfahren analysierten Gurgel-Selbsttest zu bieten. Zum Einsatz kommen die zuhause durchführbaren Gurgeltests – gegurgelt wird mit einer Videoanleitung und einer Web-App vor dem Computer oder dem Smartphone. Eine Logistik über die Partner BIPA/REWE und Österreichische Post sorgt für die rasche Abholung der Proben zur Auswertung. Möglich gemacht werden die für „Alles gurgelt!“ benötigte Analysekapazität und Proben-Administration unter anderem durch das neue Logistik- und Laborzentrum der Lifebrain Group in der Klinik Penzing/Baumgartner Höhe. Dort können künftig bis zu 200.000 Proben pro Tag übernommen und verlässlich per PCR-Test analysiert werden, innerhalb von 24 Stunden.

Für die Administration und Auswertung der enormen Probenmengen hat das Hightech-Labor der Wiener Lifebrain Group die Kapazitäten ausgebaut: Im Pavillon 17 des Otto-Wagner Areals belegt der Laborbereich mittlerweile drei komplette Stockwerke, ausgestattet mit insgesamt 135 Analysegeräten und Robot-Systemen. Zusätzlich wurde in den letzten Wochen der Pavillon 16 für die Logistik und Administration der „Alles gurgelt!“-Proben komplett saniert und ausgebaut. Aktuell kann das Labor im Sieben-Tagebetrieb bis zu 200.000 Proben pro Tag (1,4 Mio. Proben pro Woche) per PCR-Test analysieren; eine Ausweitung auf 2 Mio. Proben pro Woche ist möglich.

Gurgeln und „Pooling“ als Geheimrezept

Das innovative „Pooling“-Konzept ermöglicht es, die enormen Probenmengen rasch und präzise zu analysieren; alle Ergebnisse liegen innerhalb von 24 Stunden vor. Beim Pooling werden, unterstützt durch hochautomatisierte Robot-Systeme, jeweils zehn Proben gepoolt und gemeinsam analysiert. Dank der extrem hohen Sensitivität der PCR-Analytik kann dabei selbst eine einzelne schwach positive Probe im Pool nachgewiesen werden. Ist der Gemeinschaftstest negativ, hat man signifikant Testressourcen eingespart. Zeigt eine Pool-Probe ein positives Ergebnis, werden die Rückstellmuster aller im Pool befindlichen Proben einzeln per PCR-Analyse überprüft, um den jeweiligen positiven Fall zu identifizieren und präzise auszuwerten.

„Das ‚Pooling‘ ist ein weiterer Meilenstein zur signifikanten Ausweitung der Testkapazitäten. Damit sind auch flächendeckende Tests für eine Großstadt wie Wien zu bewältigen. Gerade angesichts der aktuell stark steigenden Infektionszahlen liefert „Alles gurgelt!“ extrem wertvolle Daten, um der Pandemie wirkungsvoll entgegentreten zu können. Testen, testen, testen ist die stärkste Waffe gegen das Virus“, erklärt Univ. Prof. Dr. Michael Havel, Gründer und CEO der Lifebrain Group.

Pooling-Analyse ist eine seit Jahrzehnten bei Blutbanken, in der Transfusionsmedizin und für Massenscreenings unterschiedlicher Art zuverlässig eingesetzte Methode. Sie bietet den großen Vorteil, dass mit geringem Aufwand an Einzelanalysen große Probevolumen extrem zuverlässig analysiert werden können. Zusätzlich führt Lifebrain laufend interne und externe Evaluierungen durch (in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Qualitätssicherung und Standardisierung medizinisch-diagnostischer Untersuchungen – ÖQUASTA), um auch wissenschaftlich zu untermauern, dass die Materialien und Methoden im Lifebrain COVID-19 Labor den höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen, um selbst geringste Virusbelastungen in einem Pool nachweisen zu können.

PCR-Test: Volle Sicherheit und Rückverfolgbarkeit aller Proben

Jede Gurgel-Probe hat einen eindeutigen Barcode; bereits bei der Eingabe in die Web App wird kontrolliert, ob es sich um eine valide Nummer handelt. Alle Proben werden laufend bei jedem Schritt im Laborprozess gescannt. Ein genaues IT-gestütztes Monitoring trackt, dass alle Proben sämtliche Stationen im Analyseprozess, von der Probenvorbereitung bis zur PCR-Analyse, gleichermaßen durchlaufen. Das vollautomatisierte System wird zusätzlich rund um die Uhr von speziell geschultem Personal kontrolliert.

Die hochstandardisierten und automatisierten Prozesse der Lifebrain Logistik und eine maßgeschneiderte IT-Unterstützung gewährleisten, dass alle Proben raschest analysiert werden und zu jeder Zeit voll identifizierbar und dem jeweiligen Probanden zuordenbar sind. Ein kontinuierliches Monitoring aller einzelnen Arbeitsschritte ermöglicht es, potentielle Verzögerungen sofort zu erkennen und damit gegensteuern zu können.

20 Millionen Euro Investition

Die Lifebrain Group hat in die Errichtung und laufende Ausweitung des modernsten COVID-19 Labors in Österreich bislang rund 20 Mio. Euro investiert – von der kompletten Revitalisierung der Pavillons 16 und 17 auf der Baumgartner Höhe bis zur Labor-Ausstattung mit modernsten Analysegeräten und Robot-Systemen für die präzise Abarbeitung des immensen Probenvolumens. So wurden u.a. drei zusätzliche Hauszuleitungen verlegt, um das Labor kontinuierlich mit Strom zu versorgen; mit einer Gesamtanschlussleistung von 503 kW wurden insg. 87 km Datenleitungen neu verlegt, um das hochautomatisierte Labor zu vernetzen. Darüber hinaus betreibt die Lifebrain Group derzeit mobile Teststraßen an insgesamt zehn Standorten in ganz Österreich.

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