Suezkanal-Blockade kostet pro Woche bis zu 10 Milliarden Dollar

26. März 2021 Drucken
Suezkanal-Blockade kostet pro Woche bis zu 10 Milliarden Dollar
© APA/AFP/Cnes2021, Distribution Airbus DS

Europas größter Versicherer Allianz geht in einer Studie davon aus, dass eine anhaltende Blockade des Suezkanals jede Woche 6 bis 10 Mrd. Dollar (5 bis 8,5 Mrd. Euro) kosten würde.

Schon die Unterbrechungen der Lieferketten im Suezkanal seit Anfang des Jahres durch Engpässe etwa bei Containern oder Halbleitern könnten das Wachstum im Handel deutlich bremsen, heißt es in der Untersuchung.

Die aktuelle Blockade sei nun der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe. Die Lieferzeiten seien daher momentan länger als im Pandemiejahr 2020.

Im Suezkanal sitzt der riesige Frachter „Ever Given“ fest. Einem Medienbericht zufolge soll er am Wochenende wieder flott gemacht werden, zuletzt gab es aber auch Warnungen, es könnte Wochen dauern. Der Suezkanal ist eine der verkehrsreichsten Schifffahrtsrouten der Welt. Zuletzt stauten sich dort mehr als 200 Schiffe in beiden Richtungen.

Die Allianz rechnet aktuell heuer noch mit einem Wachstum des Welthandels von 7,9 Prozent. Im zweiten Quartal könnte es aber zu Verwerfungen durch Lieferschwierigkeiten kommen.

Suezkanal: Zahlen und Fakten

Der Sueskanal (auch Suezkanal nach der englischen und französischen Schreibweise für die Hafenstadt) ist ein Schifffahrtskanal in Ägypten zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues, der das Mittelmeer über die Landenge von Sues (Isthmus von Sues) mit dem Roten Meer verbindet und der Seeschifffahrt zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den Weg um Afrika erspart. Der Kanal, der damit Teil der maritimen Seidenstraße ist, bildet die Grenze zwischen Afrika und Asien.[1] Er wurde am 17. November 1869 eröffnet. Seine Länge betrug damals 164 km. Seit der 2009 fertiggestellten Vertiefung ist er einschließlich der nördlichen und südlichen Zufahrtskanäle 193,3 km lang.[2] 2015 wurde ein neuer, parallel zum existierenden Kanal verlaufender, rund 37 km langer Kanalabschnitt eröffnet, der die bisherige Strecke begradigt und dadurch (für die eine Fahrtrichtung) etwas verkürzt.[3] Im Jahr 2015 passierten 17.483 Schiffe den Kanal.[4] Im Jahr 2019, dem letzten Jahr vor der COVID-19-Pandemie, waren es 18.800 Schiffe. (APA/red)