Arbeitnehmer fordern vermehrt die Möglichkeit zum Home-Office

15. Juni 2021 Drucken
Arbeitnehmer fordern vermehrt die Möglichkeit zum Home-Office
© AdobeStock/Marina Andrejchenko

Die neuen Strukturen sowie Veränderungen am Arbeitsmarkt führen auch zu neuen Überlegungen und Haltungen zu Entfernungen, Ortswechsel und mehr. Die Option Home-Office und Remote Work eröffnet neue Möglichkeiten – für Arbeitgeber sowie für Arbeitnehmer.

Rund die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer würde eine größere Entfernung zum Arbeitsplatz akzeptieren, wenn es die Option auf Home-Office gibt, mehr als ein Drittel beurteilt dieses Konzept immerhin mit einem typisch österreichischen „Vielleicht“. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Karrierenetzwerkes XING, durchgeführt von marketagent.

Flexible Arbeitsmodelle, bei denen Beschäftigte sowohl im Unternehmen als auch von zu Hause aus arbeiten dürfen, sollten heute Standard sein. Bewerber erwarten von einem neuen Arbeitgeber, dass sie auch aus dem Home-Office arbeiten dürfen. Wer das nach der Corona-Pandemie aufgibt, muss sich nicht wundern, wenn Bewerber ausbleiben“, sagt Sandra Bascha, XING Österreich.

Bereitschaft der Arbeitnehmer zum Umzug gering

  • Bis zu 20 km entfernt sollte der Unternehmensstandort für die Mehrheit – rund zwei Drittel der Österreicher – vom Wohnort entfernt sein. Rund 3 Prozent wären bereit, mehr als 100 km Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen, ein Fünftel hingegen will gar keinen Anfahrtsweg und würde nur am aktuellen Wohnort nach einer neuen Stelle suchen.
  • Die Bereitschaft, für einen neuen Job umzuziehen, ist in Österreich gering: rund 60 Prozent der Beschäftigen können es sich nicht vorstellen, für einen neuen Job dauerhaft umzuziehen.
  • Sorge vor dem Jobwechsel: Viele Befragten fürchten nach einem Umzug soziale Isolation.

Die Gründe hierfür sind vielfältig, vor allem, wenn Familie und Freunde im derzeitigen Wohnort ansässig sind. So fürchtet sich etwa mehr als Viertel der Befragten (27 Prozent) nach einem Umzug vor sozialer Isolation, mehr als ein Sechstel der Befragten befürchtet auch einen Kulturschock. Gefragt nach der Strategie zum Aufbau eines Netzwerkes nach einem Umzug, gaben rund 45 Prozent der Befragten an, dass sie sich auf sozialen Netzwerken bewusst mit neuen beruflichen Kontakten aus der jeweiligen, neuen Region / Stadt vernetzen würden. Sandra Bascha: „Soziale Netzwerke wie XING können dabei helfen, einen Jobwechsel gut vorzubereiten und leichter im neuen Unternehmen und in der neuen Stadt anzukommen. Sei es, indem man leichter Kontakte knüpft und lokale Veranstaltungen entdeckt oder sich bereits vor dem Umzug ein Netzwerk aufbaut.“

Berufliche Netzwerke gewinnen während Corona-Pandemie an Relevanz

Fast 40 Prozent der Befragten geben an, dass ein berufliches soziales Netzwerk auch außerhalb ihres eigenen Unternehmens sehr wichtig für sie ist. Mehr als ein Viertel stimmt zu, dass das eigene Netzwerk sie während der Corona-Krise sehr unterstützt hat. Und ähnlich viele Berufstätige sind seit Beginn der Krise aktiver bei der Vernetzung in sozialen Netzwerken geworden und schätzen auch die Relevanz der Kontaktanfragen seit Beginn der Pandemie höher ein.