Unternehmen sparen bei Weiterbildung: Trend zu Online-Trainings steigt

16. Juni 2021 Drucken
Unternehmen sparen bei Weiterbildung: Trend zu Online-Trainings steigt
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Eine Studie der imh GmbH zeigt, dass österreichische Unternehmen 2020 und 2021 bei der beruflichen Weiterbildung so wenig investieren, wie seit Jahren nicht mehr. Dafür setzen sich neue Lernformate endgültig durch.

Anfang 2021 hat der Konferenz- und Seminaranbieter imh 304 Personen um die Bewertung ihres Bildungsbudgets gebeten. Die Erkenntnisse: Bildungsbudgets sind rückläufig. Der imh Weiterbildungsindex (WEBI), ein Index, der den Stellenwert von beruflicher Weiterbildung in Unternehmen misst, erreicht mit 45,2 (von 120 möglichen Punkten) den niedrigsten Wert seit Erhebungsbeginn. 2020 war der Wert mit 53,0 auf dem zweitniedrigsten Stand. Zudem nahmen drei Viertel aller Beschäftigten an Online-Trainings teil und planen weitere. 

Vor der Corona-Krise, bis 2019, war die Bereitschaft der Unternehmen in Bildungsmaßnahmen zu investieren, noch sehr hoch. 2020 hat sich die Lage verschärft, und für 2021 schaut es für Beschäftigte noch schlechter aus. Die Investitionen in Weiterbildung sinken, trotz gegenteiliger Beteuerungen. 61,9 Prozent der Befragten erwarten heuer ein gleichbleibendes Bildungsbudget, im Gegensatz zu noch 65,9 Prozent im letzten Jahr, und nur 9 Prozent (gegenüber 12,3 Prozent im Vorjahr) rechnen mit mehr Geld. Außerdem rechnen nun deutlich mehr Personen mit einem sinkenden Weiterbildungsbudget (12 Prozent vs. 8,3 Prozent).

Online-Trainings haben sich etabliert

Kurze, wiederkehrende Online-Updates sind mit Abstand die beliebteste Weiterbildungs­form in der Krise: 66,4 Prozent bevorzugen dieses Format. Nur 31,3 Prozent nehmen am liebsten ganztägige Onlineveranstaltungen in Anspruch. Immerhin noch fast ein Viertel, nämlich 23,7 Prozent, bevorzugen trotz aller Einschränkungen die ganztägigen Präsenzveranstaltungen.

Die Zukunft der Weiterbildung bringt die Kombination von klassischen bzw. analogen Weiterbildungsformen, mit einem eindeutigen Trend zu Online: nur 5,7 Prozent (vs 12,4 Prozent im letzten Jahr) sehen auch noch in 5 Jahren ausschließlich klassische bzw. analoge Formate; jedoch 7,7 Prozent (vs. 4,7 Prozent) ausschließlich online bzw. digitale Formate. 81,6 Prozent setzen auf die Kombination der beiden Formen.

Home-Office sehr beliebt, aber jeder Achte will nur im Büro arbeiten

Wenn es nach den Mitarbeitern und Führungskräften geht, dann wird das Home-Office als Arbeitsort bleiben. Jedoch ist es nur für jeden Zwanzigsten (5,2 Prozent) interessant, ausschließlich von zu Hause aus zu arbeiten. Die klare Mehrheit (54 Prozent) wünscht sich eine Kombination der Arbeitsorte mit einem Heimarbeitsanteil von 50 Prozent oder mehr. Immerhin fast jeder Achte (12 Prozent) kann sich das Home-Office gar nicht vorstellen und möchte nur im Büro arbeiten.

Der imh Weiterbildungsindex (WEBI)

Der imh Weiterbildungsindex (WEBI) misst jährlich die Bedeutung von beruflicher Aus- und Weiterbildung in Unternehmen. Befragt werden Vorstände, Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Mitarbeiter aus österreichischen Unternehmen aller Branchen. Der imh Weiterbildungsindex (WEBI) 2021 hat den Wert 45,2 von 120 möglichen Punkten. Im Jahr 2020 betrug der Wert 53,0 Punkte nach 56,0 im Jahr 2019 (zum Vergleich: 2015 war der Wert bei 59,0). Die Bewertungskriterien sind der Stellenwert von Weiterbildung, die Anzahl der geplanten Veranstaltungsbesuche und die Veränderung des Bildungsbudgets. Jedes Jahr werden Zusatzfragen gestellt: Heuer zu praktischen Erfahrungen mit und Erwartungen an digitale Lernformen, insbesondere Online-Trainings. Ein weiteres Thema: Home-Office.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.