US-Einfuhrpreise steigen so stark wie seit 2011 nicht mehr

16. Juni 2021 Drucken
US-Einfuhrpreise steigen so stark wie seit 2011 nicht mehr
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Der Preisauftrieb von in die USA importierten Gütern bleibt hoch. Die Einfuhrpreise stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,3 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Das ist der deutlichste Zuwachs seit September 2011. Analysten hatten im Schnitt mit einer Rate von 10,9 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Importpreise um 1,1 Prozent, was ebenfalls stärker war als erwartet. Getrieben wurde der Anstieg der US-Einfuhrpreise vor allem durch steigende Preise für importierte Kraftstoffe.

Gegenüber dem Vormonat stiegen diese um 4,0 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sie sich gar um 109,6 Prozent. Letzteres geht auch auf den scharfen Einbruch der Energiepreise während der ersten Coronawelle vor etwa einem Jahr zurück. Andere Importgüter verteuerten sich ebenfalls, jedoch schwächer als Kraftstoffe.

US-Einfuhrpreise beeinflussen Verbraucherpreise

Die US-Einfuhrpreise fließen teilweise in die Verbraucherpreise ein, an denen die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ausrichtet. Nach jüngsten Zahlen ist die Inflationsrate im Mai auf fünf Prozent gestiegen. Obwohl dies deutlich über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent liegt, hat die Notenbank schon zu erkennen gegeben, dass sie den Preisanstieg als übergangsweise Entwicklung betrachtet und geldpolitisch nicht reagieren will.

Auch die Exportpreise stiegen im Mai deutlich um 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die US-Exporteure haben ihre Preise damit so stark angehoben wie noch nie. Das ist das größte Plus seit Beginn dieser Statistik 1983.

Die erhobenen US-Einfuhrpreise werden zur Berechnung von Einfuhrpreisindizes verwendet, die die Entwicklung der Einkaufspreise der aus dem Ausland importierten Waren nachweisen. (APA/red)