China startet neun börsennotierte Immobilienfonds

21. Juni 2021 Drucken
China startet neun börsennotierte Immobilienfonds
© (APA/AFP)

In China sind am Montag die ersten börsennotierten Immobilienfonds an den Start gegangen. Bei ihren Debüts konnten alle neun Fonds etwas zulegen.

Die sogenannten Real Estate Investment Trusts (REIT) könnten dort nach Einschätzung von Goldman Sachs letztlich ein Volumen von mehr als drei Billionen Dollar erreichen und damit den bisher weltgrößten Markt für Immobilienfonds in den USA übertrumpfen. Voraussetzung dafür sei, dass die Volksrepublik auch Investitionen in Gewerbeimmobilien wie Einkaufszentren oder Bürohäuser erlaube.

Bisher sind dort REIT-Investitionen auf Infrastrukturprojekte beschränkt. China will mit der neuen Anlageklasse private Anleger für Industrieparks, Mautstraßen oder Kläranlagen begeistern und so die öffentliche Hand entlasten.

Immobilienfonds mit soliden Börsendebüts

Bei ihren Börsendebüts in Shanghai und Shenzhen notierten alle neun neuen Fonds fester. Bei dem auf Straßenbau fokussierten Fonds PingAn Guangzhou-Heyuan Expressway Fund hielt sich die Euphorie dabei in Grenzen, was sich in einem Plus von einem Prozent widerspiegelte. Besonders groß war das Interesse dagegen an Industriepark-REIT wie dem Bosera CMSK, der bis zu 20 Prozent zulegte.

Die Anleger setzten unter anderem auf steigende Grundstückspreise in Shenzhen, sagte Analyst Cai Hongfei vom Hongkonger Broker Central Wealth. Dies verspreche Kapitalgewinne bei den Immobilienfonds zusätzlich zu den regelmäßigen Mieteinnahmen, von denen die Anteilseigner der börsennotierten Firmen ohnehin profitierten.

Vor allem bei Kleinanlegern war das Interesse an der neuen Anlageklasse groß. Analyst Cai geht davon aus, dass sich der Markt erst nach einer wahrscheinlich monatelangen Achterbahnfahrt beruhigen werde. „Neue Finanzprodukte erregen in China oft Aufsehen und werden das Ziel von Spekulationen.“ (APA/red)