Cloud-Nutzung in heimischen Unternehmen steigt rasant

25. Juni 2021 Drucken
Cloud-Nutzung in heimischen Unternehmen steigt rasant
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In heimischen Betrieben ist die Arbeit in der Cloud mittlerweile im Alltag angekommen. Die Corona Pandemie hat der Digitalisierung der Arbeitswelt noch zusätzlichen Auftrieb gegeben. Bis 2025 will rund jedes zweite Unternehmen mehr als die Hälfte der Anwendungen in der Cloud haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Steuerberatungskanzlei KPMG.

Die Ergebnisse der diesjährigen KPMG Studie „Cloud Monitor“ zeigen, dass es kaum noch Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern gibt, die sich nicht zumindest mit dem Einsatz von Cloud Computing beschäftigen. Die Befragung unter 251 Unternehmen fand in Österreich zum zweiten Mal statt und erfolge erneut in Zusammenarbeit mit der Bitkom Research Group. „Die Corona Pandemie hat der Cloud-Nutzung einen deutlichen Schub verliehen. Viele Unternehmen haben in dieser Zeit ihre Cloud-Projekte vorgezogen, um schnellstmöglich in die Produktivphase zu gehen,“ sagte Michael Schirmbrand, KPMG Partner.

Im Vergleich zum Vorjahr, wo nur 47 Prozent aller Befragen Firmen angaben, eine Cloud-Lösung zu verwenden, sagen dies nun mit 63 Prozent deutlich mehr als die Hälfte. Jene Firmen, die bisher noch kein Cloud Computing eingeführt haben, denken laut KPMG zu einem Gutteil (30 Prozent) zumindest darüber nach. Auch eine Strategie für den Übergang zu Cloud-Lösungen haben die meisten, knapp drei Viertel (73 Prozent) geben an, dass es eine Transformationsstrategie gibt. Das Budget für Cloud-Anwendungen lag im Schnitt bei rund 18 Prozent des gesamten IT-Budgets des Unternehmens. „Die bessere Vorgehensweise gibt es nicht. Zu empfehlen ist auf jeden Fall die Einführung einer sogenannten Cloud Center of Excellence, eine Art Cloud Computing-Kernteam. Denn für eine langfristige sichere Nutzung müssen Fachkräfte aus mehreren Abteilungen wie IT-Sicherheit, Compliance oder Prozessmanagement involviert sein“, so sagt KPMG Director und Cloud-Experte Wolfgang Schramm.

Deutlicher Anstieg bei der Cloud-Nutzung

Nur sieben Prozent geben ab, dass keine Integration von Cloud Computing in ihrem Unternehmen geplant ist. Als größte Hürden für den Einstieg in die Wolke nennen die Firmen Unsicherheiten bezüglich der Rechtslage, Sorgen um Datenverlust oder um unberechtigte Zugriffe auf sensible Daten.

Ein klares Bild zeichnet sich beim Thema Digitalisierung durch die Cloud ab: Alle Befragten vertreten die Aussage, dass Cloud-Lösungen einen Beitrag zur Digitalisierung leisten. 86 Prozent bewerten diese Entwicklung als eher groß bis sehr groß, was einen Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. „Wichtig ist, insbesondere für Unternehmen, die jetzt kurzfristig ihre Geschäftsprozesse und -abläufe in die Cloud verlagert haben, dass die Cloud-Strategie im Einklang mit der Digitalstrategie steht. Cloud Computing sollte nicht als Lösung in Krisenzeitung gesehen werden, sondern in seiner Funktion als Baustein der Digitalisierung im Unternehmen“, so Christian Frühwirth, KPMG Director.

Im vergangenen Jahr wurde die Datenschutz-Rechtslage durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) wieder unübersichtlicher. Damals erklärte der EuGH das Datenabkommen „Privacy Shield“ zwischen der EU und den USA für ungültig. Grund waren die Überwachungsbefugnisse der US-Geheimdienste, die dem EuGH zu weit gingen und Daten aus Europa nach Ansicht des Gerichts nicht ausreichend schützten.

Das Urteil hat auch Auswirkung auf von österreichischen Firmen genutzte Cloud-Dienste, die häufig von großen US-Konzernen wie Microsoft oder Amazon angeboten werden. Die heimischen Unternehmen haben aber nur in den seltensten Fällen mit einem Anbieterwechsel auf das Urteil reagiert. Laut der KPMG-Umfrage war das nur für 1 Prozent der Befragen die Lösung. Meistens wurden Verträge mit den Anbietern angepasst (36 Prozent) oder technische und organisatorischen Maßnahmen im Unternehmen getroffen (53 Prozent) um auf das Urteil zu reagieren. 17 Prozent evaluieren die Lage noch.

Ein Blick auf das Jahr 2025

Jedes zweite (51 Prozent) Unternehmen in Österreich geht davon aus, dass sie im Jahr 2025 im Durchschnitt etwas mehr als die Hälfte ihrer produktiven Anwendungen in der Cloud haben werden. Michael Schirmbrand zieht aus den Ergebnissen der diesjährigen Studie folgendes Fazit: „Cloud Computing wird über die Jahre vielmehr Unternehmen von sich überzeugen können und gleichzeitig seinen Weg immer mehr in Richtung IT-Infrastruktur der Unternehmen richten. Für das Cloud-Ökosystem stehen somit die goldenen 20er Jahre bevor“. (APA/red)

Weitere Ergebnisse im Überblick:

  • 53 Prozent der österreichischen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern haben in den vergangenen zwölf Monaten die unautorisierte Nutzung von Public Cloud-Diensten registriert.
  • Rund die Hälfte (46 Prozent) der Befragten hat Erfahrungen mit Ausfallzeiten ihrer Cloud-Lösungen gemacht.
  • Office-, Kollaborations- und Kundenmanagement (CRM)-Lösungen sind die am häufigsten genutzten Cloud-Anwendungen.
  • Als größte Herausforderungen beim Start in die Public Cloud werden Security-Anforderungen, Compliance und Fachkräftemangel genannt.