EZB gewährt sich mehr Flexibilität bei Regulierung der Inflation

08. Juli 2021 Drucken
EZB gewährt sich mehr Flexibilität bei Regulierung der Inflation
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Europas Währungshüter verschaffen sich beim Thema Inflation mehr Spielraum. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt künftig für den Euroraum eine jährliche Teuerungsrate von 2 Prozent an, wie die Notenbank mitteilte.

Das ist zwar etwas höher als die bisher veranschlagten „unter, aber nahe zwei Prozent“. Zugleich jedoch wird die EZB bei ihrem Bestreben, mittelfristig Preisstabilität im Währungsraum der 19 Staaten sicherzustellen, künftig zumindest zeitweise „moderat über dem Zielwert“ liegende Inflationsraten akzeptieren. Mit einem solchen „symmetrischen“ Inflationsziel ist die Notenbank nicht mehr unmittelbar zum Reagieren gezwungen, sollten die Inflationsraten zeitweilig nach oben oder nach unten von dem prozentualen Ziel abweichen.

Die Euro-Währungshüter empfehlen zudem, künftig auch die Preise für selbst genutzte Wohnimmobilien mit in Berechnung der Inflationsrate aufzunehmen, die für sie ein zentraler Gradmesser für ihre Geldpolitik ist. Dies sieht die EZB jedoch als längeren Prozess.

EZB: Inflationsziel unverändert

Das veränderte Inflationsziel ist ein Kernergebnis der Überprüfung der geldpolitischen Strategie, welche die seit 1. November 2019 amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde angestoßen hatte. In den vergangenen 18 Monaten ging es dabei um die Formulierung von Preisstabilität, das geldpolitische Instrumentarium und die Kommunikation der Notenbank.

Der EZB-Rat verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht unter, aber nahe zwei Prozent zu halten. Um sein vorrangiges Ziel zu erreichen, trifft der Rat seine Beschlüsse auf Grundlage einer Zwei-Säulen-Strategie und setzt sie mittels seines Handlungsrahmens um. In einer Marktwirtschaft ändern sich die Preise von Waren und Dienstleistungen ständig. Manche Produkte werden teurer, andere billiger. Steigen die Preise allgemein, nicht nur die einzelner Produkte, spricht man von „Inflation“. Die EURO-Wirtschaft ist indes gut unterwegs. (APA/red)