Erste Group steigert Nettogewinn im Halbjahr 2021

30. Juli 2021 Drucken
Erste Group steigert Nettogewinn im Halbjahr 2021
Erste Group CFO Stefan Dörfler. © Erste Bank / Daniela Beranek

Die Erste Group hat im ersten Halbjahr 2021 ihr Ergebnis dank niedrigerer Risikokosten und solider Erträge deutlich gesteigert. Der Nettogewinn erhöhte sich auf 918 Mio. Euro, nach 294 Mio. in der Vorjahresperiode 2020, und übertraf damit auch den Nettogewinn des ersten Halbjahrs 2019 von 732 Mio. Euro.

Die Erste Group konnte ihre starke Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 fortsetzen. Sie verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 einen Anstieg ihres Betriebsergebnisses um 24 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro (H1/2020: 1,36 Milliarden Euro). Getragen wurde das durch einen soliden Zinsüberschuss, einem deutlichen Wachstum der Provisionserträge sowie dem starken Anstieg des Handels- und Fair-Value-Ergebnisses. Das Risikoumfeld zeigte sich im Verlauf des ersten Halbjahres wieder freundlicher, was die Risikovorsorgen für faule Kredite auf 83 Mio. Euro abschmelzen ließ. Im Vorjahreszeitraum betrugen die pandemiebedingten Risikokosten noch 675 Mio. Euro. Der Nettogewinn der Gruppe stieg zum Halbjahr auf 918 Millionen Euro (H1/2020: 294 Millionen Euro). Der Vergleich zu einem Vor-Corona-Jahr: 2019 betrug der Nettogewinn zum Halbjahr 732 Millionen Euro.

„Als Bank, die eng mit der Realwirtschaft verbunden ist, spiegelt sich der Wirtschaftsaufschwung in unserer Bilanz wider. Eine solide Ertragslage, stabile Kosten und ein im Vergleich zum Corona-Jahr 2020 deutlich geringeres Volumen an Risikovorsorgen haben zu einer deutlichen Verbesserung unseres Halbjahresergebnisses beigetragen. Für das Gesamtjahr 2021 sind wir vorsichtig optimistisch, weil wir uns bewusst sind, dass vieles vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängt“, sagt Stefan Dörfler, CFO der Erste Group.

Erste Group: Betriebserträge steigen um 9,2 Prozent

Der Zinsüberschuss stieg im ersten Halbjahr 2021 vor allem wegen bilanzieller Einmaleffekte im Zusammenhang mit den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften der Europäischen Zentralbank (TLTRO III) in Österreich und in der Slowakei um 2,2 Prozent auf 2,45 Mrd. Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich im gleichen Zeitraum aufgrund guter Entwicklungen im Zahlungsverkehr, der Vermögensverwaltung und dem Wertpapiergeschäft um knapp 15 Prozent auf 1,10 Mrd. Euro. Das Handels- und Fair-Value-Ergebnis erhöhte sich auf knapp 127 Mio Euro, verglichen mit 9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum deutlich. Insgesamt stiegen die Betriebserträge somit um 9,2 Prozent auf 3,79 Mrd. Euro.

Kosten im Griff

Der Verwaltungsaufwand konnte dank striktem Kostenmanagement um 0,6 Prozent auf 2,10 Mrd. Euro reduziert werden – unterstützt von gesunkenen Personalaufwendungen (-1,3 Prozent) in Höhe von 1,25 Mrd. Euro. Der Personalstand der Erste Group sank im Vergleich zum Jahresultimo 2020 um 1,2 Prozent auf 45.124 (Vollzeitäquivalente). Die Sachaufwendungen entwickelten sich leicht rückläufig auf 581 Mio. Euro (-0,4 Prozent) – trotz eines deutlichen 18 Prozentigen Anstiegs der Aufwendungen für Beiträge in Einlagensicherungssysteme auf 109 Mio. Euro. Die für 2021 erwarteten Beiträge wurden bereits fast gänzlich verbucht. Die Abschreibungen stiegen um 2,6 Prozent auf 273 Mio. Euro.

Betriebsergebnis erhöht sich um 24 Prozent

Das Betriebsergebnis konnte um 24 Prozent auf 1.69 Mrd. Euro gehoben werden und die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich auf 55,5 Prozent (60,9 Prozent im H1 2020). Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten („Risikokosten“) belief sich aufgrund von niedrigeren Nettodotierungen auf -83 Mio. Euro bzw. auf 10 Basispunkte des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands. 2020 betrugen die Vorsorgen noch -675 Mio. Euro bzw. 82 Basispunkte. Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich auf 2,5 Prozent (2,7 Prozent zum 31. Dezember 2020). Die NPL-Deckungsquote stieg auf 91,4 Prozent (88,6 Prozent).

Starkes Betriebsergebnis, geringere Risikokosten

Der sonstige betriebliche Erfolg belief sich auf -172 Mio. Euro im Vergleich zu -170 Mio. Euro im Vorjahr. Die im sonstigen betrieblichen Erfolg für das gesamte Jahr 2021 erfassten Aufwendungen für jährliche Beitragszahlungen in Abwicklungsfonds stiegen – am stärksten in Österreich und in Rumänien – auf 108 Mio. Euro (94 Mio. Euro). Der 37 Prozentige Rückgang der Bankenabgaben auf 52 Mio. Euro (83 Mio. Euro) ist vor allem auf den Wegfall der Bankensteuer in der Slowakei zurückzuführen. Derzeit sind in zwei Kernmärkten Bankenabgaben zu entrichten: In Ungarn entfielen auf die Bankensteuer für das gesamte Geschäftsjahr 14,9 Mio. Euro (14,3 Mio. Euro) sowie weitere 23,3 Mio. Euro (22,3 Mio. Euro) auf die Transaktionssteuer für das Halbjahr. Die Bankensteuer in Österreich lag bei 13,9 Mio. Euro (12,6 Mio. Euro).

Die „Steuern vom Einkommen“ stiegen um 105 Prozent auf 287 Mio. Euro. Das den Minderheiten zuzurechnende Periodenergebnis verbesserte sich infolge deutlich höherer Ergebnisbeiträge der Sparkassen um 202 Prozent im Jahresvergleich auf 229,8 Mio. Euro. Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis (“Nettoergebnis”) stieg dank des starken Betriebsergebnisses und der niedrigen Risikokosten auf 918 Mio. Euro (293,8 Mio. Euro). Im Vergleich zu einem Vor-Corona-Jahr: 2019 betrug der Nettogewinn zum Halbjahr 732 Millionen Euro. 

Rückkehr zu progressiver Dividendenpolitik

Nach dem Beschluss der Hauptversammlung wurde bereits im Mai 2021 eine Bardividende von 0,5 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 ausgeschüttet. Darüber hinaus beabsichtigt die Erste Group im vierten Quartal 2021 – im Einklang mit den Empfehlungen der EZB und vorbehaltlich der Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung – eine weitere Ausschüttung von EUR 1 je Aktie vorzunehmen. Für das Geschäftsjahr 2021 plant die Erste Group eine Dividende von 1,6 Euro je Aktie. Für das laufende Geschäftsjahr wurden 0,8 Euro je Aktie im regulatorischen Kapital berücksichtigt. 

Kreditvolumen und Einlagen wachsen

Die Bilanzsumme stieg seit Jahresbeginn um 9,4 Prozent auf 303,4 Mrd. Euro. Auf der Aktivseite erhöhten sich Kassenbestand und Guthaben insbesondere in Österreich auf 48,4 Mrd. Euro (35,8 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2020). Die Kundenkredite erhöhten sich auf 172,1 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 3,7 Prozent entspricht.

Passivseitig gab es einen deutlichen (+40 Prozent) Zuwachs bei den Einlagen von Kreditinstituten auf 34,6 Mrd. Euro, bedingt durch ein höheres Refinanzierungsvolumen bei der EZB (TLTRO III). Die Kundeneinlagen stiegen erneut in allen Kernmärkten – insbesondere in Österreich und in Tschechien – um 7,9 Prozent auf 206,3 Mrd. Euro Das Kredit-Einlagen-Verhältnis sank von 86,9 Prozent zum Jahresende 2020 auf 83,4 Prozent. Die Common Equity Tier 1 Ratio (CET1, final) der Bank lag Ende Juni unverändert bei starken 14,2 Prozent.