Wann muss bei Elektrofahrzeugen eine Eigenverbrauchsbesteuerung erfolgen?

22. September 2021 Drucken
Wann muss bei Elektrofahrzeugen eine Eigenverbrauchsbesteuerung erfolgen?
© AdobeStock/Herr Loeffler

Elektrofahrzeuge werden für Unternehmer als Dienstfahrzeig immer interessanter. Förderungen und steuerliche Vorteile machen den Kauf eines E-Autos zunehmend attraktiv.

Neben der Möglichkeit des Vorsteuerabzugs hat auch die bis Ende Februar 2021 beantragbare 14prozentige Investitionsprämie für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen dazu geführt, dass Unternehmen vermehrt Elektrofahrzeuge als Dienstfahrzeuge angeschafft haben. Dabei wird jedoch mitunter übersehen, dass der Vorsteuerabzug nur dann zusteht, wenn das Fahrzeug entsprechend unternehmerisch genutzt wird und die Höhe der Anschaffungskosten zudem eine gewisse Grenze nicht überschreitet. Die Experten von LBG Österreich – Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst (Stand: 6. September 2021).

Anschaffung

Ist das Elektrofahrzeug dem Unternehmen zuzuordnen, so ist für Zwecke des Vorsteuerabzugs auch auf die Höhe der Anschaffungskosten abzustellen. Bei Anschaffungskosten bis zu 40.000 Euro steht der Vorsteuerabzug uneingeschränkt zu. Bei Anschaffungskosten zwischen 40.000 und 80.000 Euro steht zwar grundsätzlich der gesamte Vorsteuerabzug zu, jedoch kommt es zu einer Eigenverbrauchsbesteuerung in Höhe des nicht angemessenen Teils, sodass nachfolgende Fälle zu unterscheiden sind:

  • Anschaffungskosten bis 40.000 Euro brutto = voller Vorsteuerabzug
  • Anschaffungskosten zwischen 40.000 und 80.000 Euro brutto = voller Vorsteuerabzug, jedoch Eigenverbrauchsbesteuerung in Höhe des 40.000 Euro übersteigenden Teils der Anschaffungskosten
  • Anschaffungskosten über 80.000 Euro brutto = kein Vorsteuerabzug

Laufende Nutzung

Im Hinblick auf die laufende Nutzung ist zwischen wertunabhängigen Betriebskosten und mit der Anschaffung verbundenen Kosten zu unterscheiden. Laufende und wertunabhängige Betriebskosten wie der Ladestrom berechtigen zum vollen Vorsteuerabzug, während bei wertabhängigen Kosten dieser mitunter nur eingeschränkt und analog zum Vorsteuerabzug aus der Anschaffung zusteht.

Privatnutzung von Elektrofahrzeugen

Wird das Elektrofahrzeug durch den Unternehmer selbst privat genutzt, so löst eine private Nutzung grundsätzlich eine Eigenverbrauchsbesteuerung aus, wenn Vorsteuern aus der Anschaffung geltend gemacht wurden. Überlässt der Unternehmer das Elektrofahrzeug hingegen an einen Dienstnehmer im Wege eines Sachbezugs zur Privatnutzung, so unterliegt dies ebenfalls der Umsatzsteuer, wobei sich aufgrund der fehlenden Sachbezugsversteuerung in der Regel (ausgenommen Nutzung gegen Kostenbeitrag) keine effektive Steuerlast ergibt. Im Zusammenhang dabei gilt es zu beachten, dass trotz einer allfälligen Privatnutzung das Fahrzeug dennoch in einem Mindestausmaß (> 10 %) für das Unternehmen genutzt werden muss, damit keine Überführung in den nicht-unternehmerischen Bereich unterstellt werden kann.