EZB-Währungshüter haben Ende des Corona-Programms im Blick

07. Oktober 2021 Drucken
EZB-Währungshüter haben Ende des Corona-Programms im Blick
© APA/AFP

Bei der Nachjustierung des Corona-Notprogramms der EZB haben Währungshüter die Markterwartung eines Endes dieser Wertpapierkäufe im Frühjahr mit ins Kalkül genommen.

Wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Protokollen zur Zinssitzung vom 9. September hervorgeht, war dies Diskussionsgegenstand bei der Entscheidung der EZB, die Anleihenkäufe des „PEPP“ getauften Programms gegenüber den vorigen beiden Quartalen moderat zu verringern.

Dabei wurde von einigen Währungshütern argumentiert, dass das von der EZB angestrebte freundliche Finanzierungsumfeld nicht unter der Erwartung des Auslaufens des Programms gelitten habe. Daher könne man darauf vertrauen, dass auch die Nachjustierung keine unangemessene Verschärfung der Marktzinsen hervorrufen würde. Zugleich war sich der EZB-Rat weitgehend in der Erwartung einig, dass sich der Inflationsausblick im kommenden Jahr durchgreifend verbessern werde.

EZB: Zwei Prozent Teuerung optimal

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt als optimalen Wert für die Wirtschaft eine Teuerung von zwei Prozent an. Die Inflation im Euroraum lag im September mit 3,4 Prozent allerdings sehr weit darüber. Auch angesichts erhöhter Inflationsrisiken denken manche EZB-Währungshüter über das Abschalten des Corona-Krisenprogramms im Frühjahr nach. Einige zeigten sich offen für eine zeitweilige Aufstockung des kleineren und älteren Anleihenkaufprogramms APP, wie Medien jüngst von mehreren mit der Diskussion in der Führungsetage vertrauten Personen erfuhr.

Um sein vorrangiges Ziel zu erreichen, trifft der Rat seine Beschlüsse auf Grundlage einer Zwei-Säulen-Strategie und setzt sie mittels seines Handlungsrahmens um. In einer Marktwirtschaft ändern sich die Preise von Waren und Dienstleistungen ständig. Manche Produkte werden teurer, andere billiger. Steigen die Preise allgemein, nicht nur die einzelner Produkte, spricht man von „Inflation“. Die EURO-Wirtschaft ist indes gut unterwegs. (APA/red)