Junge Konsumenten bevorzugen nachhaltige und einfache Finanzprodukte

13. Oktober 2021 Drucken
Junge Konsumenten bevorzugen nachhaltige und einfache Finanzprodukte
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Etablierte Banken und Versicherungen können mit Vertrauen punkten, doch junge Konsumenten wollen es lieber einfach und smart. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Gallup und dem Fachportal ForumF über Innovationen in der Finanzwirtschaft.

Entwickeln Sie Produkte, die Nutzen stiften für Ihre Kunden, die selbsterklärend sind und die das Selbstbildnis bestärken. Insbesondere junge Zielgruppen wollen, dass auch Finanzdienstleistungen den Kriterien entsprechen, die sie allgemein an ihren Konsum stellen: Nachhaltigkeit und somit Green Finance“, ist eine der Schlussfolgerungen von Andrea Fronaschütz, COO von Gallup Österreich, in der vom Fachportal ForumF in Auftrag gegebenen und vom Gallup Institut durchgeführten Studie über Innovationen im Finanzmarketing. Exklusiv präsentiert wurde die Studie im Rahmen der ForumF Konferenz mit dem Generalmotto „Finance Marketing Benchmark 2021: Transformation, Disruption, Innovation“ am 5. Oktober in Wien. Für die Studie wurden 1.000 heimische Konsumenten dazu befragt, wie sie Innovation bei Banken und Versicherungen wahrnehmen. 

Mobile Banking-Apps werden als innovativ erachtet

Gegenüber Innovationen von Banken und Versicherungen sind die Österreicher generell zurückhaltend eingestellt: Nur 6 Prozent zählen sich zu den „Aufgeschlossenen“ mit hoher Motivation, Innovationen im Finanzbereich sofort auszuprobieren. Wenig überraschend handelt es sich dabei primär um Konsumenten im Alter von 16 bis 30 Jahren. 63 Prozent der Befragten stufen sich selbst als „Abwartende“ ein und 31 Prozent zählen sich zu den „Ablehnern“, die gar kein Interesse an Innovationen im Finanzdienstleistungsbereich haben.

Und was wird von den Österreichern als Innovation im Finanzbereich erachtet? Eine Online-Schadensmeldung bei einer Versicherung oder eine Mobile Banking App werden als Innovation erlebt, gefolgt von nachhaltigen Veranlagungsformen und Bezahlmöglichkeiten mit dem Smartphone. Generell ist den Österreichern bei innovativen Finanzprodukten oder -dienstleistungen wichtig, dass selbige die Lebensqualität verbessern und das Leben einfacher machen.

Erste Bank und UNIQA sind Innovationsführer

Als „Innovationsführer“ in der heimischen Finanzwirtschaft wird laut Gallup/ForumF-Studie die UNIQA Versicherung gesehen: Der UNIQA wird mit Abstand am häufigsten zugetraut, Innovationen zu generieren, sowie auch solche anzubieten. An zweiter Stelle folgen Erste Bank und Sparkassen, knapp vor der Generali Versicherung und der Allianz Versicherung. Auf den nachfolgenden Plätzen liegen Wiener Städtische Versicherung, Raiffeisen Bank und Versicherung in etwa gleich auf.

Wenn ein Finanzdienstleister eine Innovation etabliert, ist dies für 74 Prozent der Befragten ein Anlass, diesem die Treue zu halten und für immerhin 51 Prozent ein Grund, zu diesem Anbieter zu wechseln. Auch interessant: Nur 31 Prozent sind bereit, für innovative Produkte und Dienstleistungen einen höheren Preis zu bezahlen. 

Finanzprodukte: Droht bald Konkurrenz durch Google, Facebook & Co?

Sieben von zehn Befragten sind laut der Studie der Ansicht, dass Technologieunternehmen wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Co. (GAFAs) zukünftig verstärkt innovative Finanzprodukte anbieten werden – 18 Prozent sind davon sogar überzeugt, 52 Prozent halten dies für wahrscheinlich. Zu denken sollte den etablierten Banken und Versicherungen geben, dass die heimischen Konsumenten den klassischen Finanzdienstleistern zwar aktuell noch deutlich mehr Kompetenz für Finanzdienstleistungen zuschreiben als den GAFAs, den Technologieriesen aber größere technische Lösungskompetenz attestieren.

Außerdem erwarten die Konsumenten von den Silicon-Valley-Unternehmen bessere Konditionen bei etwaigen neuen Finanzprodukten. Aktuell punkten die etablierten Banken und Versicherungen primär mit Vertrauen, Sicherheit und persönlichem Kundenservice. Diese Assets sind bei jüngeren Konsumenten allerdings einem ständigen Erosionsprozess zugunsten einfacher, „convenienter“ Lösungen ausgesetzt. Und da kommen dann wieder Google, Apple, Facebook, Amazon und die anderen Tech Companies aus den USA ins Spiel.