Österreichs Netzbetreiber rüsten sich für Blackouts

14. Oktober 2021 Drucken
Österreichs Netzbetreiber rüsten sich für Blackouts
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Das Risiko für lange andauernde, flächendeckende Stromausfälle, sogenannte Blackouts, soll laut den heimischen Netzbetreibern in den kommenden Jahren steigen.

Die Energiewende ist beim Thema Versorgungssicherheit die größte Herausforderung für Österreichs Netzbetreiber in den nächsten Jahren, hieß es in einer Online-Pressekonferenz des Forum Versorgungssicherheit am Donnerstag. Das Bundesministerium für Landesverteidigung habe das Risiko für Blackouts in Österreich in einem aktuellen Bericht als „sehr hoch“ eingestuft, erklärte Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer der Linz Strom Netz. Einen solchen hatte es bereits Anfang des Jahres im Südosten Europas gegeben. Damals führte ein Ausfall in einem Umspannwerk in Kroatien zu einer Auftrennung des europäischen Netzes und damit zu einer großflächigen Störung.

Der Ausfall passierte laut Zimmerberger innerhalb von 43 Sekunden. „Das geht derartig schnell, dass der Mensch in diesem Moment nicht in der Lage ist, entsprechende Gegenmaßnahmen zu setzen.“ Österreich kam aber noch glimpflich davon. „Es hat sich gezeigt, dass die Sicherheitsmechanismen, die wir in unsere Netze eingebaut haben, sehr gut funktioniert haben“, sagte er. So konnte nach nur einer Stunde der Normalbetrieb in den Netzen wieder hergestellt werden.

Verteiler-Netzbetreiber: Vorsorgen für Blackout

Aufgabe der Verteiler-Netzbetreiber in den kommenden Jahren sei es demnach vor allem, entsprechende Vorsorgen für einen Blackout zu treffen und Maßnahmen zu setzen, um einen flächendeckenden Stromausfall zu vermeiden. „Ein Blackout kann jederzeit auftreten. Wir rüsten uns allerdings gut dafür“, betonte Zimmerberger. Der Ernstfall werde in Österreich durch mehrfache Testdurchläufe in den Werken, Schulungen des Personals oder Simulationsübungen regelmäßig geübt. Um die Versorgungssicherheit in Zukunft sicherzustellen, brauche es allerdings entsprechende Finanzierungen. In den kommenden Jahren werde man „massiv“ investieren müssen, so Zimmerberger.

Größte Baustelle beim Thema Versorgungssicherheit sei laut Thomas Maderbacher, Geschäftsführer der Wiener Netze, die Energiewende. Um die Versorgungssicherheit mittelfristig zu gewährleisten, brauche man Kapazitäten, die steuerbar seien, erklärte Maderbacher. Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie hätten diese Eigenschaft allerdings nicht, weshalb man derzeit noch auf fossile Quellen zurückgreifen müsse. „Die sichern derzeit unsere Systemsicherheit ab.“ Dies dürfe bei der Energiewende nicht vergessen werden.

„Wichtig ist, dass man bei allem notwendigen Ausbau der Erneuerbaren darauf achtet, dass steuerbare Leistung weiter vorhanden ist“, betonte er. Langfristig sei es aber nicht notwendig auf fossile Energieträger zurückzugreifen. „Wir brauchen allerdings einen geordneten Übergang. Das ist vor allem eine Anforderung an die Legislative“, sagte Maderbacher. (APA/red)