Pandemie hat Digitalisierung heimischer Unternehmen beschleunigt

19. Oktober 2021 Drucken
Pandemie hat Digitalisierung heimischer Unternehmen beschleunigt
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Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung österreichischer Unternehmen beschleunigt: So stiegen im Jahr 2020 die Remote-Zugriffe auf unternehmensrelevante Systeme oder Anwendungen sowie die Anzahl von Video-Meetings.

Wie eine Erhebung zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen von Statistik Austria ergab, setzte jedes fünfte Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten im Jahr 2020 Maßnahmen für die verstärkte Nutzung von Online-Vertriebswegen. Zudem verwenden aktuell 9 Prozent aller Unternehmen Technologien Künstlicher Intelligenz (KI). „Die Corona-Pandemie hat in Österreichs Unternehmen zu einem weiteren Schub bei der Digitalisierung geführt. Im Jahr 2020 wurden deutlich mehr virtuelle Besprechungen oder Remote-Zugriffe auf Computer-Systeme verzeichnet. Zudem hat fast jedes fünfte Unternehmen im Verkauf stärker auf Websites, Apps oder Online-Marktplätze gesetzt. Auch Künstliche Intelligenz spielt mittlerweile eine wichtige Rolle. Bei großen Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten setzt fast jedes dritte Unternehmen KI-basierte Technologien ein, vor allem bei Texterkennung, Datenanalyse oder der Automatisierung von Prozessen bzw. Arbeitsschritten“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Digitalisierung aufgrund der Corona-Pandemie

Aufgrund der Maßnahmen in Folge der COVID-19-Pandemie mussten sich Unternehmen sowie Beschäftigte schnell auf geänderte Arbeitssituationen einstellen. Mehr als die Hälfte aller österreichischen Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten (56 Prozent) meldete eine vermehrte Anzahl von Video-Meetings im Jahr 2020. Zudem gaben jeweils 38 Prozent der Unternehmen an, dass mehr Beschäftigte Remote-Zugriff auf das E-Mail-System bzw. auf Netzwerk, Software, Applikationen oder Dokumente des Unternehmens haben. Große Unternehmen weisen dabei deutlich höhere Anteile als mittelgroße oder kleine Unternehmen auf.

Insgesamt spielte die Pandemiesituation beim Anstieg von Video-Meetings im Jahr 2020 in 99 Prozent der befragten Unternehmen eine Rolle, in 77 Prozent war dies sogar der einzige Grund. Ähnliches zeigt sich bei den vermehrten Remote-Zugriffen: 97 Prozent der befragten Unternehmen machten COVID-19 teilweise oder allein für den Anstieg des Remote-Zugriffs auf das E-Mail-System verantwortlich, in mehr als der Hälfte (54 Prozent) war dies der alleinige Grund. 98 Prozent der Unternehmen erweiterten den Remote-Zugriff von Beschäftigten auf Netzwerk, Software, Applikationen oder Dokumente aufgrund von COVID-19, für sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent) war dies der ausschließliche Grund. Nach Unternehmensgröße betrachtet variieren die Anteile kaum, in den Wirtschaftszweigen gibt es jedoch Unterschiede.

Beinahe jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) hat im Jahr 2020 Maßnahmen gesetzt, um Waren oder Dienstleistungen künftig über Websites, Apps oder Online-Marktplätze zu verkaufen oder den Online-Vertrieb verstärkt zu nutzen. Für Unternehmen aus dem Produzierenden Bereich trifft dies auf 13 Prozent zu, bei jenen aus dem Dienstleistungsbereich gar auf fast jedes vierte Unternehmen.

9 Prozent aller Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz

Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, werden aktuell von 9 Prozent aller Unternehmen genutzt. Die KI-Nutzung hängt stark mit der Unternehmensgröße zusammen: Während 7 Prozent der kleinen Unternehmen (zehn bis 49 Beschäftigte) und 15 Prozent der mittelgroßen Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) KI-basierte Technologien nutzen, sind es bei den großen Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte) bereits 32 Prozent, also fast jedes dritte Unternehmen.

KI-Technologien werden am häufigsten zur Texterkennung und -verarbeitung (z. B. Text Mining; 56 Prozent der Unternehmen mit KI-Nutzung) sowie zur Datenanalyse (z. B. Maschinelles Lernen, Deep Learning; 42 Prozent) eingesetzt, gefolgt von KI-Technologien zur Automatisierung von Prozessen oder Arbeitsschritten (z. B. KI-Software-basierte Robotic Process Automation; 29 Prozent) sowie Erkennung, Verarbeitung und Generierung natürlicher Sprache.

Unternehmen setzen KI-Technologien vor allem für Organisation betriebswirtschaftlicher Prozesse sowie für Marketing und Verkauf ein (30 Prozent bzw. 29 Prozent der Unternehmen mit KI-Nutzung). Beinahe jedes vierte Unternehmen mit KI-Nutzung setzt entsprechende Technologien im Bereich des Managements oder der Führung des Unternehmens ein (23 Prozent), ebenso viele nutzen KI im Rahmen von Produktionsprozessen.