Aufsichtsräte: Transparenter Auswahlprozess mit klaren Kriterien notwendig

25. Oktober 2021 Drucken
Aufsichtsräte: Transparenter Auswahlprozess mit klaren Kriterien notwendig
Alfred Harl, Isabella Stickler, Doris Partel-Niederreiter und Constantin Veyder-Malberg. © FV UBIT/Strasnik

Die Plattform CMC Masters Club (Club der Certified Management Consultants) hat sich der Frage „Was muss Unternehmensaufsicht in der Zeit nach Covid-19 können?“ gewidmet.

Die Diversität des Aufsichtsrates in einem Unternehmen ist von wesentlicher Bedeutung und hat einen direkten Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Denn: Nur vielfältig besetzte Aufsichtsräte können auf die zahlreichen Herausforderungen, die die Zeit nach Corona mit sich bringt, richtig und agil reagieren. Das unterstreicht auch Isabella Stickler, Geschäftsführerin Alpenland: „Es kommen Themenfelder auf uns zu, die erfordern eine neue Denkweise für den Vorstand und für Aufsichtsräte. Notwendig ist im Aufsichtsrat eine Diversität an Geschlecht, Alter, Bildung und Kompetenzen.“ Die Niederösterreicherin wurde kürzlich als 500. Person mit dem incite-Zertifikat „Certified Supervisory Expert“ ausgezeichnet.

„Top qualifizierte Aufsichtsrätinnen mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind besonders jetzt von großer Bedeutung“, kommentiert Alfred Harl, Obmann des Fachverbands für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Österreich und meint weiter: „In Zeiten wie diesen muss man sich fragen: ‚Wie können die richtigen Aufsichtsorgane bestellt werden?‘ Die Stichworte hier lauten: Diversität, Transparenz und Qualifikation“. Die Führung eines Unternehmens benötigt ein Aufsichtsgremium, das ihr als Sparringpartner mit kompetentem Feedback zur Seite steht. Die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern ist wesentlich: Damit das Gremium flexibel auf die vielfältigen Herausforderungen reagieren kann, muss es mit einem vielfältigen Spektrum an Menschen aus verschiedenen Branchen besetzt sein, um aus einer möglichst großen Fertigkeiten-Sammlung schöpfen zu können. Zudem sollte die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern öffentlich transparent sein und einen Fokus auf deren Qualifikation haben. Das gilt insbesondere auch für staatsnahe Unternehmen.

Welche Qualifikation benötigen Aufsichtsräte

Eine dieser wichtigen Fertigkeiten ist die Digitalisierungskompetenz, wie es Doris Partel-Niederreiter, IT-Unternehmerin und Aufsichtsrätin, auf den Punkt bringt. „Eine der Schlüsselfertigkeiten ist digitale Transformationskompetenz. Neue digitale Geschäftsmodelle bringen Risiken, aber auch neues Wachstumspotenzial. Diese radikalen Transformationen erfordern Risikobereitschaft, das richtige Mindset und Mut – auch vom Aufsichtsrat“ sagt Partel-Niederreiter. Zudem agieren Aufsichtsgremien bislang eher als Kontrollorgan für Unternehmen – vielmehr müssten sie eine beratende Funktion einnehmen, so Partel-Niederreiter. Digitale Kompetenzen müssen in digitalen Zeiten zum Grundrepertoire eines guten Aufsichtsorgans sein, sagt auch Harl: „Alles um uns wird digital. Zukunftsorientierte Unternehmen digitalisieren sich mit, dazu gehören auch ihre Aufsichtsratsmitglieder. Aufsichtsräte brauchen Mitglieder, die hier in die Zukunft denken.“

Für Aufsichtsräte braucht es klare Richtlinien, wie diese zu besetzen sind: Damit ein Unternehmen die besten Aufsichtsratsmitglieder bestellen kann, muss ersichtlich sein, welche Kompetenzen diese mit sich bringen. Die richtige Zertifizierung ist hier ein wesentliches Element für die Auszeichnung von Expertise. Das incite-Zertifikat „Certified Supervisory Expert“ (CSE) zeichnet Personen aus, die über speziell für Aufsichtsräte relevante Kompetenzen verfügen. Denn Hand in Hand mit den Krisen von heute geht damit die richtige Ausbildung und Zertifizierung von Aufsichtsratsmitgliedern.