Corona-Übertragungen: Tempo für WHO Europa alarmierend

04. November 2021 Drucken
Corona-Übertragungen: Tempo für WHO Europa alarmierend
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Europa befindet sich nach Angaben des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation WHO erneut im Zentrum der weltweiten Coronavirus-Pandemie. Hauptgründe seien die unzureichenden Impfzahlen sowie die Lockerung von Corona-Beschränkungen.

Die Worte des Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, dokumentieren die Besorgnis der Weltgesundheitsorganisation WHO: „Wir befinden uns an einem weiteren kritischen Punkt des Wiederauflebens der Pandemie.“ Das derzeitige Tempo der Corona-Übertragungen in den 53 Ländern der WHO-Region Europa sei sehr besorgniserregend.

Es sei nicht die Zeit für Selbstgefälligkeit, warnte Kluge. Im Laufe der vergangenen vier Wochen habe Europa einen Anstieg der Neuinfektionszahlen um mehr als 55 Prozent erlebt, sagte Kluge. In der vergangenen Woche seien 59 Prozent aller weltweit nachgewiesenen Corona-Fälle und 48 Prozent aller damit in Verbindung stehenden Todesfälle auf die Region entfallen. Für die Zunahme der Corona-Übertragungen gebe es zwei Gründe: unzureichende Impfzahlen sowie die Lockerung von Corona-Beschränkungen.

Jahreshoch bei Neuinfektionen in Österreich

In Österreich bedeutete der Donnerstags-Wert von 8.593 Neuinfektionen ein neues Jahreshoch für 2021. Auch Deutschland verzeichnete mit 33.949 Neuinfektionen einen Rekordwert in diesem Kalenderjahr. Kroatien mit 6.310 und Slowenien mit 4.511 neuen Fällen verzeichneten überhaupt neue Rekordwerte seit Ausbruch der Pandemie. In Ungarn stieg die Infektionszahl sprunghaft an – 6.268 neue Fälle seien binnen 24 Stunden registriert worden, teilte die dortige Regierung mit. Das waren mehr als doppelt so viele wie Mitte der vergangenen Woche.

„Europa ist zurück im Epizentrum der Pandemie, wo wir schon vor einem Jahr waren“, sagte Kluge. Der Unterschied sei heute jedoch, dass man nun mehr Werkzeuge und Mittel zur Verfügung habe, um den Schaden für Gemeinschaften und die Gesellschaft zu mildern und zu verringern. Zu diesen Werkzeugen zählte Kluge in erster Linie die Impfstoffe gegen Covid-19. „Die Impfstoffe retten weiterhin Tausende und Tausende Leben.“

Unterschiedliche Phasen bei Impfkampagnen

Die Länder in Europa und Zentralasien befänden sich in ihren Impfkampagnen jedoch in unterschiedlichen Phasen: Durchschnittlich nur 47 Prozent der Menschen in der Region seien bisher vollständig geimpft – und während acht Länder auf über 70 Prozent kämen, liege die Quote in zwei anderen bei unter zehn Prozent.

Die in Kopenhagen ansässige WHO Europa zählt 53 Länder zur europäischen Region. Darunter sind neben der EU auch östlichere Teile des Kontinents wie Russland, die Ukraine und die Türkei. (APA/red)

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