Engpässe in der Beschaffung wirken sich auf Lebensmittelgroßhandel aus

04. November 2021 Drucken
Engpässe in der Beschaffung wirken sich auf Lebensmittelgroßhandel aus
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Mehr als drei Viertel aller österreichischen Handelsbetriebe (78 Prozent) haben laut einer Befragung von Handelsverband und EY mit Lieferverzögerungen oder Lieferantenausfällen zu kämpfen. Auch Großhändler mit Lebensmittelsortiment sind davon betroffen.

Engpässe in wichtigen Produktionsländern wirken sich immer stärker auf die Versorgungslage in Österreich aus. „Wichtige Fleischproduktionsländer wie die Niederlande und die USA kämpfen aktuell mit Engpässen. Die in der Gastronomie nachgefragten Mengen können zurzeit vom heimischen Großhandel nicht flächendeckend in vollem Umfang abgedeckt werden. Unsere Großhändler wirken dem Engpass aber gezielt mit dem verstärkten Angebot von österreichischem Rindfleisch entgegen“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Insbesondere der Blick Richtung Weihnachten bereitet der Branche Kopfzerbrechen. Aktuell werden bei vielen Fleischlieferanten Preiserhöhungen von +10 bis +25 Prozent verzeichnet. Die Industrie und der Handel setzen alles daran, dass die Warenverfügbarkeit auch zu Weihnachten gewährleistet ist und die Engpässe bestmöglich ausgeglichen werden. Zurzeit gibt es fast täglich entsprechende Strategiesitzungen, um die Lage zu besprechen und Lösungen zu finden.

Ohnehin ist es ein erklärtes Ziel des heimischen Großhandels, auch im Sinne der heimischen Kunden, die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft mit ihrer hochwertigen regionalen Produktion weiter zu fördern. Allerdings ist ein Umstieg auf inländische Lieferanten so kurzfristig nicht in jedem Bereich möglich. Der österreichische Großhandel ist aber weiterhin in der Lage, auf europäischen Märkten Ware zu ordern, um so die Verfügbarkeit sicherzustellen.

Corona, Personalmangel und Rohstoffkrise als Ursache für Engpässe

Der Hauptgrund für die Beschaffungsengpässe liegt klar in den Auswirkungen, welche die Corona-Pandemie erzeugt hat. In Europa läuft die Fleischproduktion teilweise noch immer nicht auf Hochtouren. Aus Nordamerika kommt weniger Nachschub als üblich, weil die Produkte zuerst vor Ort verkauft werden und die internationalen Zentrallager teilweise leer sind. Die aktuelle Rohstoffkrise etwa bei Hartweizengries sowie die stark gestiegenen Kosten für Treibstoff und Energie wirken sich ebenfalls negativ auf die Lieferketten aus, ebenso der Personalmangel in weiten Teilen der Wirtschaft (Produktion, Handel, Logistik, etc).