3 Gründe warum die Personalsuche digitaler werden muss

17. November 2021 Drucken
3 Gründe warum die Personalsuche digitaler werden muss
© AdobeStock/Drobot Dean

Zwar nutzen die meisten Unternehmen mittlerweile digitale Jobportale, um Stellenausschreibungen zu publizieren, dennoch bietet die Digitalisierung im Prozess der Personalsuche noch einiges mehr. Nicht zuletzt aufgrund der Pandemie hat sich die Arbeitswelt zugleich immer mehr ins Digitale verschoben – Zeit für Unternehmen, auch die Mitarbeitersuche digitaler zu gestalten.

Unternehmen können anstatt online „nur“ nach neuen Mitarbeitern zu suchen, in der digitalen Welt die optimalen Kandidaten gezielt ansprechen. Doch warum bietet das digitale Feld so viele Chancen für Unternehmen auf der Suche nach passenden Kandidaten? Und wie kann der gesamte Bewerbungsprozess weiter digitalisiert werden, welche Vorteile entstehen hier für Unternehmen und Bewerber? Gian-Marco Blum, Mitgründer der Online-Marketing-Agentur Candidate Flow, hat zusammengefasst, welche Chancen digitale Bewerbungsprozesse bieten und warum Unternehmen ihre Personalsuche digitaler gestalten müssen.

Für Betriebe liegt aktuell die größte Herausforderung darin, passendes Personal zu finden, einzustellen und dieses auch langfristig an das Unternehmen zu binden. Herkömmliche Stellenanzeigen bringen dabei keinen Erfolg mehr. Denn durch die zunehmende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hat sich der Prozess des Recruitings maßgeblich verändert. Während bisher der Betrieb diesen Prozess bestimmte, müssen sich Unternehmen nun verstärkt nach den Stellensuchenden richten. Das Resultat hiervon? Nicht nur der Bewerber muss überzeugen, sondern auch das Unternehmen den Bewerber. Potentielle Kandidaten erkundigen sich via digitale Medien über ihren neuen Arbeitgeber und dessen Attraktivität. Dieses Wissen muss in der digitalen Personalsuche von Betrieben nun genutzt werden, um qualifizierte Fachkräfte über digitale Medien ansprechen zu können und den eigenen Betrieb nach außen erlebbar darzustellen.  

1. Bessere Sichtbarkeit bei den Kandidaten

Die erste Herausforderung, um qualifiziertes Personal erreichen zu können, liegt in der digitalen Sichtbarkeit des Betriebs. Hier soll es jedoch weniger darum gehen, möglichst viele Personen anzusprechen, eher sollten sich Unternehmen darauf fokussieren, in die Sichtbarkeit der richtigen Kandidaten zu gelangen. Damit dies gelingen kann, muss das Unternehmen in erster Linie definieren, wen genau es sucht, welche Kandidaten gut zum Betrieb passen und für die Position geeignet sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stellenausschreibungen mit großem Streuverlust bietet die digitale Personalsuche die Möglichkeit, gezielt nur relevante Kandidaten hier anzusprechen. Die Personalausschreibungen werden also nur jenen Personen angezeigt, die sich aufgrund ihrer Interessen und Lebensumständen als potentielle Mitarbeiter für das Unternehmen eignen.

Viele qualifizierte Fachkräfte befinden sich außerdem in einem festen Arbeitsverhältnis und sind nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job. Sie müssen schnell und möglichst widerstandslos abgeholt werden. Hierfür eignen sich insbesondere soziale Netzwerke, die von ebendiesen Kandidaten privat täglich genutzt werden. Durch die gezielte Ansprache qualifizierter und auch wechselbereiter Fachkräfte können so die richtigen Kandidaten erreicht werden. 

2. Erlebbarkeit des Betriebs durch authentische Einblicke

In der Regel stehen hinter dem Wunsch eines Jobwechselns emotionale Gründe. Daher muss auch die Stellenausschreibung den Kandidaten möglichst emotional ansprechen. Dies geschieht am besten durch authentische Einblicke in den Betrieb in Form von Bildern und Videos. Welche Menschen arbeiten im Unternehmen? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Wie ist das Teamgefühl? Soziale Medien bieten hierfür eine hervorragende Möglichkeit, um das Betriebsklima und den Betrieb an sich nach außen darzustellen. Um sich von der Konkurrenz abheben zu können, müssen die spezifischen Arbeitsgebervorteile klar kommuniziert und positioniert werden. Je erlebbarer die authentischen Einblicke beim Kandidaten ankommen, desto wahrscheinlicher wird der Betrieb dem Kandidaten in Erinnerung bleiben und die Entscheidung zum Wechsel zu ebendiesem Betrieb verstärken. 

3. Nachhaltige Sichtbarkeit und Branding Effekte

Die digitale Personalsuche hat den positiven Nebeneffekt der nachhaltigen Sichtbarkeit und des Brandings. Während herkömmliche und statische Werbemaßnahmen nach Ablauf der Kampagne einfach verschwinden, sammeln sich in sozialen Medien die einzelnen Inhalte zu einem Archiv an. Potenzielle Kandidaten können sich somit jederzeit einen Eindruck von dem Unternehmen verschaffen. Authentische Bilder und Videos überbringen die Werte und das Image eines Betriebes und führen zur Identifikation des Kandidaten mit den Werten und Vorstellungen des Unternehmens.

Gründe für den Jobwechsel stehen dabei oft im Zusammenhang mit Veränderungen der Lebensumstände. Eine nicht wechselwillige Fachkraft in Ihrer Region, die zuvor auf Sie aufmerksam geworden ist, ist gegebenenfalls nach einiger Zeit doch bereit zu wechseln. Durch dauerhafte Sichtbarkeit und den einsetzenden Brandingeffekt werden Fachkräfte wiederkehrend mit dem Auftritt Ihres Unternehmens bespielt und die Wahrscheinlichkeit, dass diese auf Sie als attraktive Arbeitgeber zurückkommen wächst.

Fazit

Herkömmliche Stellenanzeigen und Standard-Methoden führen nicht mehr zum Erfolg bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften. Vielmehr geht es darum, sich von der Konkurrenz abzuheben und die Attraktivität als Arbeitgeber authentisch und erlebbar zu kommunizieren. Digitale Stellenausschreibungen in den sozialen Medien bieten Betrieben genau hierfür eine hervorragende Plattform. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen müssen kurzfristig ihre Personalsuche vollständig digital ausrichten.