Qualcomm sieht starkes Wachstum auch ohne Hauptkunden Apple

17. November 2021 Drucken
Qualcomm sieht starkes Wachstum auch ohne Hauptkunden Apple
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Der US-Halbleiterhersteller Qualcomm sieht sich auch ohne seinen Hauptkunden Apple gut gerüstet für künftiges Wachstum.

Die zurückgehenden Umsätze mit dem iPhone-Hersteller werde Qualcomm mit steigenden Erlösen in der Autoindustrie und anderen Branchen mehr als wettmachen, wie Firmenchef Cristiano Amon bei einer Investorenkonferenz sagte. Die Aktien kletterten um acht Prozent auf einen Rekordwert von 181,81 US-Dollar (159,93 Euro).

Künftig würden Qualcomm-Chips vermehrt bei autonom fahrenden Autos, in vernetzten Technologien wie dem „Internet of Things“ sowie in kabellosen Kopfhörern oder Smartwatches, die nicht aus dem Hause Apple kämen, verbaut werden, zeigte sich der Qualcomm-Chef überzeugt. „Wir definieren uns nicht mehr über einen einzigen Kunden in einem einzigen Markt.“ Bisher liefert der US-Konzern alle Modem-Chips für Apple – doch dieser hat mit der Entwicklung eigener Halbleiter angefangen. Die Umsätze mit Apple sollen aber rapide fallen. Im Geschäftsjahr 2024 werde Apple nur noch einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Chipsumsatzes ausmachen, kündigte Finanzchef Akash Palkhiwala an.

Die Erlöse aus der Autoindustrie sollen im Gegenzug in den kommenden fünf Jahren auf 3,5 Milliarden Dollar steigen und in zehn Jahren auf acht Milliarden Dollar. Im Geschäftsjahr 2021 betrug der Anteil aus dieser Branche weniger als eine Milliarde Dollar. Unter anderem BMW bezieht von Qualcomm künftig Speicherchips für seine nächste Generation autonomer Autos. Weltweit herrscht derzeit ein großer Mangel an Halbleitern. In der Autoindustrie gibt es deswegen Produktionsverzögerungen, teilweise haben Autohersteller sogar Kurzarbeit angemeldet.

Der Leiterplattenkonzern AT&S investiert eine halbe Milliarde Euro bis zum Jahr 2025 in Forschung und Entwicklung für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Um Fachkräfte nach Leoben zu holen werde ein internationaler Kindergarten und eine internationale Schule gebraucht, auch entsprechende Wohnmöglichkeiten müssten zur Verfügung gestellt werden. AT&S-Vorstandschef Andreas Gerstenmayer sprach von einem „Investitionsschub“ für den Standort Leoben. Zusammen mit Kärnten bilde die Steiermark einen „Cluster“ für Mikroelektronik.(APA/red)