Im Vorjahr 86 Prozent des Strom aus Erneuerbarer Energie

09. Dezember 2021 Drucken
Im Vorjahr 86 Prozent des Strom aus Erneuerbarer Energie
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Strom aus erneuerbaren Energieträgern hat in Österreich im vorigen Jahr noch mehr an Bedeutung gewonnen. Der Anteil der Erneuerbaren am gekennzeichneten Strom ist auf 85,88 Prozent angestiegen.

Im Jahr 2019 lag dieser Wert noch bei 81,38 Prozent. Der Anteil fossiler Energieträger bei Strom ist 2020 von 18,16 auf 13,51 Prozent gesunken, wie die E-Control am Donnerstag zum neuen Strom- und Gaskennzeichnungsbericht mitteilte. Von den 85,88 Prozent Erneurbaren-Anteil entfielen 66,12 Prozentpunkte auf Wasserkraft – etwas mehr als 2019 mit damals 60,8 von 81,38 Prozentpunkten. 11,22 Prozentpunkte stellte diesmal Windstrom, im Jahr davor 12,1 Prozentpunkte. 5,04 (5,64) Prozentpunkte stellte feste oder flüssige Biomasse, 3,5 (2,8) Prozent sonstiger Ökostrom.

Der Anteil bekannter sonstiger Energieträger an den eingesetzten Nachweisen wuchs von 0,47 auf 0,61 Prozent. 135 Lieferanten wiesen im Vorjahr zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energieträgern aus. Seit 2016 müssen sämtliche Stromlieferanten, die in Österreich Endkunden beliefern, ihre Primärenergieanteile offenlegen.

Gemessen an der für die Energiestatistik gemeldeten Abgabe an Endverbraucher von 65,96 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2021, decken die Unternehmen, die ihre Daten fristgerecht vor Erstellung des Berichts an die E-Control gemeldet haben, 84 Prozent des Marktes ab. Nachweise aus nuklearer Energie dürfen nicht eingesetzt werden.

Aus Österreich stammten voriges Jahr 71,87 (70,26) Prozent der eingesetzten Herkunftsnachweise. Der Einsatz ausländischer Nachweise sank von 30,74 Prozent auf 28,13 Prozent. Dabei blieb das bei Wasserkraftstrom in Europa führende Norwegen mit 13,02 Prozent auch 2020 der Hauptlieferant für ausländische Nachweise in Österreich, gefolgt von den Niederlanden mit 6,21 Prozent und Schweden mit 2,25 Prozent. Länder, die keine EU-Mitglieder sind oder nicht dem EWR angehören, fallen durch das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) aus der Anerkennung der Herkunftsnachweise heraus, das betrifft neben der Schweiz (0,73 nach 0,11 Prozent) auch Balkanländer, sagte Harald Proidl, Leiter der Abteilung Ökoenergie und Energieeffizienz der E-Control, am Donnerstag in einem Webinar.

Weiterentwicklung bei Kennzeichnung von Strom

Die Stromkennzeichnung wird weiterentwickelt und in eine primäre und eine sekundäre Kennzeichnung unterteilt. Die primäre Kennzeichnung auf Rechnungen und Werbematerialien soll kurze und prägnante Informationen über die Technologie, das Ursprungsland des Nachweises und das Ausmaß des gemeinsamen Handels von Strom und Nachweis enthalten, sagte Proidl. Neu ist, dass die sekundäre Kennzeichnung als die vollumfassendste Information um Angaben zum Ausmaß des gemeinsam gehandelten Stroms erweitert wird. An diesem Donnerstag endet für die diesbezügliche Stromkennzeichnungsverordnung die Begutachtung. Die neuen Energiegemeinschaften unterliegen übrigens mit ihrer Eigenerzeugung nicht der Stromkennzeichnungspflicht.

Auch im Gasbereich soll es künftig mehr Transparenz geben. Die bisher freiwillige Kennzeichnung soll ebenfalls verpflichtend werden. Anders als bei Gas wird hier aber auch der Ausweis von Gas unbekannter Herkunft möglich sein. Das ist laut E-Control nötig, da es derzeit noch sehr geringe Mengen an Herkunftsnachweisen bei Gas gebe und Österreich bisher das einzige Land in Europa mit einem verpflichtenden Gaskennzeichnungssystem sei.

Die Begutachtung für die Adaptierung der Gaskennzeichnungsverordnung läuft noch bis 23. Dezember. Die erstmalige Kennzeichnung nach den neuen Vorgaben wird dann im Jahr 2023 für das Kalenderjahr 2022 erfolgen, so Proidl. Aktuell gehe man von 15 Anlagen aus, die erneuerbares Gas (Biogas) ins öffentliche Netz einspeisen – bei Strom sind es 150. Die Ausstellung der Herkunftsnachweise ist nach drei Hauptkategorien vorgesehen: Biomethan, Wasserstoff und fossiles Gas; welche Unterkategorien dazu aufgenommen werden könnten, sei noch offen. (APA/red)