Stellenmarkt wächst trotz Lockdown

10. Dezember 2021 Drucken
Stellenmarkt wächst trotz Lockdown
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Trotz Lockdown geht der Jobboom weiter. Im Tourismus wird seit Wochen kräftig nach Personal für die Wintersaison gesucht. Sehr hoher Bedarf gibt es auch an medizinischem Personal.

Der Stellenmarkt ist von den exponentiell steigenden Neuinfektionen nicht betroffen – im Gegenteil: Im November 2021 wurden insgesamt mehr als 65.700 Stellenanzeigen veröffentlicht. Besonders in der letzten Novemberwoche wurden mit 26 Prozent die meisten Anzeigen des Monats veröffentlicht. Nach dem September wurden somit die zweitmeisten Anzeigen des Jahres inseriert und es wurden insgesamt 49 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als im Vorjahr. In der ersten Dezemberwoche wurden jedoch knapp 3.000 Stellenanzeigen weniger als eine Woche zuvor veröffentlicht – hier macht sich ein leichter Rückgang bemerkbar.

Während also die Schließungen im Frühjahr sowie im Winter 2020 den Stellenmarkt deutlich negativ beeinflussten, bleiben die Stellenausschreibungen der Unternehmen diesmal davon nahezu unberührt. In der letzten Novemberwoche wurden sogar deutlich mehr Stellen als am Monatsanfang veröffentlicht. Das zeigt die Analyse der Stellenanzeigen in 22 Printmedien und 35 Jobbörsen in Österreich der vergangenen drei Monate von StepStone.

Mehr Jobs als passende Bewerber

Bereits seit Mai 2021 erholte sich der Stellenmarkt weitgehend und das Niveau von 2019 wurde erstmals wieder erreicht, seither boomt der Jobmarkt, Mitarbeiter fehlen vielfach und immer mehr Branchen haben Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen. „Wir beobachten eine nachhaltige Veränderung des Arbeitsmarktes, die irreversibel ist. Statt Arbeitslosigkeit wird es künftig eine ‚Arbeiterlosigkeit‘ geben“, sagt Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich.

100 Stellenanzeigen mehr für Ärztinnen und Ärzte

Während in fast allen Berufsgruppen die Nachfrage nach Fachkräften zu Beginn der Pandemie drastisch sank und sich nur langsam erholte, wurden Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich in den letzten zwei Jahren händeringend gesucht. Mit wieder steigenden Infektionszahlen und erneut zunehmenden Überlastungen in Klinken ist die Nachfrage jetzt wieder stark gestiegen. Im November wurden 321 Stellenanzeigen für Ärzte veröffentlicht, 40 Anzeigen mehr als im Vormonat und über 100 Anzeigen mehr als im November 2020. Allgemeinmediziner und Hausärzte sind das gefragteste Profil (45 Stellenanzeigen), gefolgt von Ärzten aus dem Bereich innere Medizin mit 31 Anzeigen. Auch die Nachfrage nach Pflegepersonal und Arzthelfern ist nochmals gestiegen: Im November haben 421 Firmen insgesamt 1.231 Stellenanzeigen ausgeschrieben, das entspricht 25 Prozent mehr Stellen als im Vorjahresmonat. 

Die meisten Stellenanzeigen für technische Fachkräfte

Trotz Pandemie ebenfalls stark gefragt: Im Ranking der Berufsbereiche belegen die technischen Berufe nach absoluten Zahlen den ersten Platz. Im November wurden mehr als 10.000 Stellenanzeigen für Elektriker, Ingenieure und Mechatroniker ausgeschrieben. Den zweiten Platz belegen Stellenanzeigen aus dem Bereich Bauwesen und Handwerk. Der Bauboom hält trotz angespannter Corona-Lage weiterhin an. Im Bundesländervergleich hat Wien (15.800 Anzeigen) die Nase vorne, gefolgt von Oberösterreich (13.100 Anzeigen) und der Steiermark (9.300 Anzeigen).

Tourismus: Ausschreibungen für die Wintersaison in vollem Gange

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich in Tirol der größte Stellenanstieg zum Vorjahresmonat November (+78 Prozent). Fast jede dritte Stelle richtete sich an das Hotel- und Gastgewerbe. In ganz Österreich wurden knapp 7.000 Stellenanzeigen von 1.900 Unternehmen in diesem Bereich veröffentlicht und belegen damit den vierten Platz im Ranking der gefragtesten Berufsgruppen. In den vergangenen sechs Monaten hat die Nachfrage deutlich zugenommen, der erneute Lockdown hat auch hier bisher wenig Auswirkung gezeigt. Seit Lockdown-Beginn wurden rund 3.000 Stellen für das Gastgewerbe für die anstehende Wintersaison ausgeschrieben, das entspricht jeder zehnten Anzeige.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.