Arbeitssuchende wollen hybriden Einstellungsprozess

13. Dezember 2021 Drucken
Arbeitssuchende wollen hybriden Einstellungsprozess
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Die steigenden Corona-Fallzahlen bleiben nicht ohne Auswirkungen auf Unternehmen und deren Einstellungsverfahren, die auch weiterhin durchgeführt werden müssen. Laut einer Umfrage von ClickMeeting wünschen sich 39 Prozent einen hybriden Einstellungsprozess, jede vierte befragte Person würde sogar reine Online-Vorstellungsgespräche bevorzugen.

Trotzdem, dass mehr als die Hälfte der befragten Personen kleinere Probleme bei Online-Vorstellungsgesprächen erfahren, empfinden 40 Prozent diese Form des Job-Interviews weniger stressig als ein Treffen in Präsenz. Daher bevorzugen bereits 39 Prozent einen „hybriden“ Einstellungsprozess und jede vierte der befragten Personen zieht sogar ein reines Online-Verfahren vor. Das geht aus einer Studie von ClickMeeting, einer europäischen Plattform für Webinare und Online-Meetings, hervor.

Viele Arbeitsuchende haben bereits technische Probleme bei einem Online-Vorstellungsgespräch erlebt: 56 Prozent berichten dabei von eher geringfügigen Beeinträchtigungen, beispielsweise mit der Bild- oder Tonqualität während der Sitzung. Bei 9 Prozent jedoch waren die Störungen so schwerwiegend, dass das Vorstellungsgespräch sogar abgebrochen und neu angesetzt werden musste.

„Online-Formate haben im Berufsleben eindeutig Einzug gehalten. Die richtige Vorbereitung darauf ist ein wesentliches Element für den Erfolg. Daher ist es sehr wichtig, sich auf Online-Sitzungen vorzubereiten. Dies gilt nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch. Bewerbende sollten beispielsweise daran denken, vorab die Internetverbindung sowie den richtigen Anschluss von Kamera und Mikrofon zu testen“, sagt Martyna Grzegorczyk, Content & Outreach Manager bei ClickMeeting.

Weniger Stress bei Online-Vorstellungsgesprächen

Neben der technischen Vorbereitung spielen bei einem Online-Vorstellungsgespräch auch weitere Aspekte eine Rolle. Während sich bei einem persönlichen Gespräch in Präsenz in den meisten Branchen nach wie vor ein mehr oder weniger fixer Dresscode etabliert hat, scheinen manche Jobsuchende dies bei Remote-Sitzungen etwas legerer zu sehen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) achtet hier beispielsweise nur auf den von der Kamera erfassten Bereich. Knapp jede zwanzigste befragte Person (4 Prozent) macht sich generell weniger Gedanken um ihre optische Wirkung. Auf der anderen Seite unterscheiden 59 Prozent in diesem Punkt nicht zwischen einem Online-Vorstellungsgespräch und einem Präsenz-Termin: Sie achten bei der Vorbereitung genauso auf Ihr Aussehen wie bei einem persönlichen Treffen. 

Auch in anderer Hinsicht unterscheiden sich Online-Vorstellungsgespräche weniger von Gesprächen vor Ort, als man möglicherweise vermuten würde. So empfinden beispielsweise 34 Prozent der Teilnehmer beide Arten eines solches Gespräch als gleich stressig. Weitere 10 Prozent geben an, dass ein Vorstellungsgespräch bei ihnen generell keinen Stress verursacht. Immerhin 40 Prozent erleben ein Online-Vorstellungsgespräch als weniger stressig. 15 Prozent hingegen empfinden die Online-Variante in dieser Hinsicht belastender.

Hybrider Einstellungsprozess wird bevorzugt

Danach gefragt, welchen Ablauf des Bewerbungsprozesses sie bevorzugen, zeigen sich viele Teilnehmer der Umfrage vor allem für ein hybrides Modell offen: 39 Prozent wünschen sich im ersten Schritt ein Gespräch per Videokonferenz, um die Unternehmensvertreter zu einem späteren Zeitpunkt dann persönlich zu treffen. 25 Prozent bevorzugen ein reines Online-Modell, während 22 Prozent sich von vornherein für ein Präsenztreffen entscheiden würden, wenn sie die Wahl hätten.

„Online-Vorstellungsgespräche werden von vielen Jobsuchenden sehr geschätzt, vor allem in den ersten Phasen einer Bewerbung. Und dies nicht nur deshalb, weil der größte Vorteil in der Zeitersparnis bei der Anreise zu einem Vorstellungsgespräch gesehen wird (57 Prozent). Geschätzt wird auch die Möglichkeit, von überall aus an dem Einstellungsverfahren teilnehmen zu können (24 Prozent)“, so Sandra Kolanczyk, HR Business Partner bei ClickMeeting.