Jobwechsel: Knapp jeder Vierte kündigt ohne neue Stelle in Aussicht zu haben

20. Januar 2022 Drucken
Jobwechsel: Knapp jeder Vierte kündigt ohne neue Stelle in Aussicht zu haben
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Die Wechselbereitschaft der Österreicher:innen bleibt unverändert: 46 Prozent der Erwerbstätigen sind laut einer Studie von XING offen für einen Stellenwechsel, 2021 waren es 47 Prozent. Immer wichtiger bei der Jobsuche wird für Arbeitnehmer:innen die Unternehmenskultur.

Seit Beginn der Pandemie denkt knapp die Hälfte der österreichischen Erwerbstätigen über einen Jobwechsel nach oder haben sogar bereits konkrete Schritte in die Wege geleitet. Unter den 30- bis 39-Jährigen ist sogar jeder Zweite (53 Prozent) bereit, zu einem neuen Arbeitgeber abzuwandern. Dass Corona diese Entscheidung beeinflusst hat, bejahen 42 Prozent der weiblichen und 62 Prozent der männlichen Stellenwechsler – also insgesamt mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten. Bemerkenswert dabei ist, dass knapp jeder vierte Stellenwechsler gekündigt hat, ohne eine neue Position in Aussicht zu haben. 

„Der Arbeitsmarkt wandelt sich vom Anbieter- zum Nachfragemarkt. Daher ist es trotz Corona in vielen Branchen so einfach wie noch nie, einen neuen Job zu finden. Immer mehr Beschäftigte hinterfragen während der Pandemie ihre Arbeitssituation und prüfen sehr genau, ob ihr Arbeitgeber kulturell noch zu ihnen passt“, sagt Sandra Bascha von NEW WORK SE. Leicht gesunken sei der Anteil von Frauen unter den Befragten in Österreich, die sich eine neue Tätigkeit vorstellen können. 40 Prozent von ihnen zeigten in diesem Jahr Interesse an einem Jobwechsel, 2021 waren dies noch 44 Prozent.

Führung, Work-Life-Balance und Tätigkeit wichtiger als Gehalt

Die Anlässe, weshalb Arbeitnehmer:innen über einen neuen Job nachdenken, sind demnach nicht identisch mit den Beweggründen für einen tatsächlichen Stellenwechsel. Von einer neuen Arbeitsstelle erhoffen sich 51 Prozent der Wechselwilligen in erster Linie ein höheres Gehalt – bei den Erwerbstätigen zwischen 30 und 39 Jahren hegen sogar knapp 60 Prozent diesen Wunsch. Weitere Gründe sind der Wunsch nach einem neuen Tätigkeitsfeld (32 Prozent), Unzufriedenheit mit der Geschäftsführung (29 Prozent) oder Unzufriedenheit mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens (27 Prozent). Und mehr als 20 Prozent vermissen die Sinnhaftigkeit in ihrem Job.

Betrachtet man die Motive für den tatsächlichen Jobwechsel, ergibt sich ein anderes Bild. Diese Entscheidung treffen die Stellenwechsler eher aus unternehmenskulturellen Gründen. Sie wünschen sich mehr Jobsicherheit (26 Prozent), eine bessere Work-Life-Balance (25 Prozent) oder flexiblere Arbeitszeiten (25 Prozent). Finanzielle Motive spielen beim tatsächlichen Jobwechsel mit 22 Prozent eher eine nachgelagerte Rolle.

Jobwechsel: Bedeutung der Unternehmenskultur steigt

Seit der Pandemie wird die Unternehmenskultur als Kriterium für die Attraktivität eines Unternehmens immer wichtiger. Das zeigen die Erwartungen der Befragten an einen potenziellen Arbeitgeber: Mit 64 Prozent steht ein höheres Gehalt immer noch an erster Stelle, allerdings dicht gefolgt von flexibler Arbeitszeit-Einteilung mit 60 Prozent, gutem Führungsverhalten (48 Prozent), einem attraktiven Standort (47 Prozent) sowie persönlicher Sinnerfüllung im Job (46 Prozent). „Zwar achten Arbeitnehmer:innen nach wie vor auf harte Fakten wie Gehalt und Aufstiegschancen, aber ihnen sind für ein glückliches Arbeitsleben auch weiche Faktoren wie Arbeitskultur wichtig”, so Sandra Bascha.

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