Digitale Assets gewinnen an Bedeutung

24. Januar 2022 Drucken
Digitale Assets gewinnen an Bedeutung
© AdobeStock/Kurt Kleemann

Distributed-Ledger-Technologien (DLT) und digitale Assets wie Kryptowährungen zählen mittlerweile zu den wichtigsten Themen der Finanzwelt. Laut KPMG betrug Ende November 2021 die Marktkapitalisierung der Top-100-Kryptowährungen mehr als 2,2 Billionen Euro.

Auch Investoren interessieren sich immer stärker für DLT und digitale Assets und wünschen sich Handels- und Depotdienstleistungen. Diese Tendenz soll sich laut einer KPMG-Umfrage in Zukunft weiter fortsetzen. Für Banken und Asset-Management-Unternehmen bieten sich demnach große Zukunftschancen. Bisher zögert die Branche jedoch weiter zu investieren.

Der Hauptgrund dafür: Aus Sicht der Unternehmen reicht die rechtliche Sicherheit für Digital Assets nicht aus, um die Leistungen anzubieten, die die Investoren sich wünschen. Gleichzeitig sind diese potenziellen Kunden für Banken und Asset Manager wichtig, um auch in Zukunft am Markt zu bestehen.

Vier Kernthesen

An Krypto führt also kein Weg vorbei – aber die Finanzbranche hat noch Nachholbedarf. KPMG kommt in dem Report zu vier Kernthesen:

Der regulatorische Rahmen ändert sich

Die mangelnde Rechtssicherheit hat bisher viele Finanzdienstleister davon abgehalten, in DLT und digitale Assets zu investieren. Jüngste Entwicklungen in diesem Bereich, vor allem der EU-Vorschlag zur Regulierung von Markets in Crypto Assets (MiCA), das Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) in Deutschland und das Projekt der Europäischen Zentralbank zum digitalen Euro bauen Eintrittsschwellen ab und schaffen sukzessive einen neuen rechtlichen Rahmen.

DLT sind transparent und gestalten bisherige Prozesse völlig neu 

Im Gegensatz zum klassischen Finanzmarkt lässt sich mit DLT-Lösungen direkter und mit weniger Vermittlern arbeiten. Das bedeutet nicht nur Fälschungssicherheit, sondern birgt auch das Potenzial, bisherige Prozesse völlig neu zu gestalten und die betriebliche Effizienz des Sektors erheblich zu steigern.

Die Nachfrage nimmt zu

Von Privatkunden bis hin zu Family Offices: Die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten boomt. Auch etablierte Unternehmen müssen daher ihr Angebot erweitern, wenn sie diese neuen Gruppen von Kunden und Anlegern erschließen möchten.

Investitionen in digitale Assets erhalten Wettbewerbsfähigkeit

Europäische Finanzdienstleister müssen ihre Leistungen im Bereich digitaler Vermögenswerte ausbauen, wenn sie international wettbewerbsfähig bleiben wollen. Big-Tech- und Fintech-Unternehmen haben hier bereits große Fortschritte gemacht; sollten Banken und Asset Manager hier nicht nachziehen, laufen sie Gefahr, hinter die Konkurrenz zurückzufallen.

Digitale Assets bieten große Chancen

„Insgesamt lässt sich also sagen: Die Branche zögert noch, aber die Tendenz in Richtung digitaler Assets ist zwischen neuen Regularien, dem Interesse der Investoren und der internationalen Marktsituation unaufhaltsam. Für den europäischen Finanzsektor bieten sich hier große Chancen. Die Unternehmen sollten sie nutzen“, sagt Maren Schmitz, Partnerin bei KPMG in Deutschland.