Weltweiter Einzelhandel trotz Coronakrise mit Umsatzplus

25. Februar 2022 Drucken
Weltweiter Einzelhandel trotz Coronakrise mit Umsatzplus
© AdobeStock/Michele Ursi

Die Retailbranche stellt ihre Resilienz unter Beweis: Trotz der Coronakrise konnten die weltweit Top 250 Einzelhändler im Finanzjahr 2020 ein respektables Umsatzplus erzielen. Im aktuellen Deloitte Ranking sind mit Spar, SIGNA Retail und XXXLutz auch wieder drei österreichische Unternehmen zu finden.

Trotz erschwerter Bedingungen durch die Pandemie konnte die Branche im Geschäftsjahr 2020 ein respektables Wachstum verzeichnen. Insgesamt erwirtschaftete der internationale Einzelhandel einen Umsatz von 5,1 Billionen US-Dollar, was ein Plus von 5,2 Prozent bedeutet. Zu diesen Ergebnissen kommt Beratungsunternehmen Deloitte in der Studie „Global Powers of Retailing“.

Im internationalen Ranking sind auch heimische Einzelhandelsunternehmen zu finden: Die Spar Holding AG erzielte einen Gesamtumsatz von 13,9 Milliarden US-Dollar. Damit klettert die Supermarktkette aus Salzburg erfolgreich 13 Plätze nach oben und sichert sich Rang 72. Die SIGNA Retail Group hingegen rutscht 14 Plätze nach unten. Mit einem erwirtschafteten Umsatz von rund 8,5 Milliarden US-Dollar belegt sie jetzt Rang 129. Die Welser XXXLutz Group steigert sich mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden US-Dollar um einen Rang und belegt im Vergleich zum Vorjahr Platz 187.

„Der internationale Einzelhandel ist stark umkämpft. Es ist umso bemerkenswerter, wie hervorragend sich die heimische Branche schon über mehrere Jahre hinweg schlägt – auch mitten in der Krise“, sagt Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Im diesjährigen Ranking konnte sich vor allem die Spar Holding AG gegenüber großen internationalen Mitbewerbern eindrucksvoll behaupten.“

Europäische Unternehmen dominieren Einzelhandel

Laut Studie haben insgesamt 90 der Top 250 Einzelhändler ihren Sitz in Europa – damit schaffen es europäische Vertreter am häufigsten auf die internationale Rangliste. Unser deutscher Nachbar sticht mit 18 Unternehmen besonders hervor. Im Ranking finden sich unter anderem die Schwarz-Gruppe (Platz 4), Aldi (Platz 8) und Edeka (Platz 17). Der deutsche Online-Versandhändler Zalando hat sich ebenfalls stark verbessert. Mit einem Wachstum von 23 Prozent steigert sich das Unternehmen um insgesamt 27 Plätze auf Rang 122. Auch das Vereinigte Königreich und Frankreich sind mit 15 und 11 gelisteten Einzelhandelsunternehmen häufig vertreten.

Walmart unangefochten auf Platz 1

Die vordersten Plätze sichern sich wie bereits in den Vorjahren amerikanische Einzelhändler: Der Supermarkt-Riese Walmart verteidigt mit einem Gesamtumsatz von 559,2 Milliarden US-Dollar erfolgreich den ersten Platz. Auf Platz zwei folgt Amazon mit einem enormen Wachstum von 35 Prozent. Der Onlineversandhändler erzielte im vergangenen Geschäftsjahr rund 213,6 Milliarden US-Dollar. Platz drei belegt die US-Großhandelskette Costco mit einem Umsatz von 166,8 Milliarden US-Dollar.

„Das starke Umsatzplus von Amazon zeigt: Die Corona-Pandemie führte zu einem regelrechten Boom beim weltweiten Online-Handel. Die Konsumenten haben sich an das Online-Shopping gewöhnt und dieser Trend wird sich auch nach COVID-19 fortsetzen. Traditionelle Einzelhändler müssen nun mit einer umfassenden E-Commerce-Strategie nachziehen, um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben“, so die Deloitte Expertin.

Immer mehr Einzelhändler setzen auf Nachhaltigkeit

Das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren nicht nur bei den Verbrauchen, sondern auch bei den Unternehmen gewachsen. Einzelhändler betrachten die Nachhaltigkeitsmerkmale ihrer Produkte und Marken mittlerweile als Kernbestandteil ihrer Geschäftsstrategien. Damit sollen insbesondere die neuen Kundenbedürfnisse von Millennials und der Generation Z berücksichtigt werden.

„Erfolgreiche große Einzelhändler haben rechtzeitig auf die veränderten Kundenwünsche reagiert und setzen verstärkt auf nachhaltiges und verantwortungsvolles Wachstum“, ergänzt Orsolya Hegedüs. „Fast alle gelisteten Unternehmen unterstreichen ihr Engagement für Nachhaltigkeit, indem sie ihre ESG-bezogenen Kennzahlen veröffentlichen. Nun gilt es auch die Produkte selbst immer klimafreundlicher zu machen.“