Finanzdienstleister fühlen sich beim Thema Cyber Security gut aufgestellt

21. April 2022 Drucken
Finanzdienstleister fühlen sich beim Thema Cyber Security gut aufgestellt
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Finanzdienstleister sind sich der Gefahr schwerwiegender Cyber-Angriffe zwar bewusst, fühlen sich aber gleichzeitig gut vorbereitet, diese frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Allerdings erkennt man gleichzeitig auch die Notwendigkeit, mehr in IT-Security zu investieren.

Die Digitalisierung eröffnet Hackern zwar neue Angriffsmöglichkeiten, 92 Prozent der Finanzdienstleister sehen ihr Unternehmen aber gut gegen Cyber-Angriffe geschützt. Ebenso stimmen 87 Prozent der Aussage voll oder überwiegend zu, dass IT Security als Wertschöpfungsfaktor und fester Bestandteil der digitalen Transformation gesehen wird. Dies sind Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2022 „Von Cyber Security zur Cyber Resilience – wie Finanzdienstleister auf die neue Bedrohungslage reagieren“, die in Zusammenarbeit mit KPMG erstellt wurde.

„Durch den steigenden Digitalisierungsgrad – vor allem an den Kundenschnittstellen im Frontend – entstehen neue Einfallstore und eine größere Angriffsfläche für Hacker, die es schnell zu schließen gilt. Daher überrascht es, dass viele der Studienteilnehmenden ihre Unternehmen als gut gegen Cyber-Angriffe aufgestellt sehen“, sagt Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk und Autor der Studie. Christian Nern, Partner bei KPMG ergänzt: „Aus regulatorischer Sicht wurde zwar prozessseitig in den letzten Jahren viel für eine bessere IT Security geleistet. Aus der IT-/Cyber-Security-Sicht betrachtet, fehlt es den meisten Financial-Services-Instituten aber an einer unternehmensweiten Security-Architektur beziehungsweise geeigneten Security-Maßnahmen hinsichtlich einer veränderten digitalen Welt mit Cloud, Apps und Plattformen. Auch für eine bessere Mitarbeiter:innen-Awareness gegenüber Phishing-Kampagnen oder Automatisierung und Integration einzelner IT-Security-Systeme muss mehr gemacht werden.“

Ransomware, Phishing und DDos-Attacken als größte Gefahren

Als größte Cyber-Bedrohung sehen 68 Prozent der befragten Banken, Versicherungen und Vermögensverwaltungen Ransomware und Phishing-Mails, gefolgt von der Nutzung unautorisierter Devices (66 %). 55 Prozent halten es ebenso für wahrscheinlich, Opfer einer DDos-Attacke (Distributed-Denial-of-Service) zu werden, die Dienste oder Webseiten blockieren und unbenutzbar machen. „Die Methoden und Technologien, die für Cyber-Attacken genutzt werden, sind vielfältig und entwickeln sich ständig weiter. Hacker sind in der Regel ihren Zielen zwei Schritte voraus und häufig schon lange vor dem tatsächlichen Angriff bereits in den IT-Systemen. Gerade deshalb gilt es, in das Identifizieren von Schwachstellen und die Prävention von Cyber-Angriffen zu investieren“, schätzt Zillmann die Situation ein. „Dabei kommt es aber nicht nur auf prozessuale und technologische Aspekte an, sondern vor allem auf die Sensibilisierung der Mitarbeitenden gegenüber Angriffsversuchen, beispielsweise via Phishing-Kampagnen.

Als häufigste Folge von Cyber-Attacken sehen 73 Prozent der Finanzdienstleister einen Abfluss von Kundendaten. 67 Prozent befürchten den Abgriff kritischer Unternehmensdaten. Hohe Lösegeldforderungen (33 %) oder Umsatzeinbußen (31 %) erwartet jeder dritte Studienteilnehmende.

Budgets für Cyber Security sollen steigen

Um den Schutz der IT- und Unternehmenssysteme zu erhöhen, sollen die Ausgaben für IT Security teilweise sehr stark steigen. Während für Detection, Response und Recovery, also Aktivitäten nach einem erfolgten Angriff, die Budgets vorwiegend um bis zu 10 Prozent steigen oder konstant bleiben sollen, wird in den Bereichen Identify und Prevention, also der frühzeitigen Erkennung von Schwachstellen und Abwehr von Angriffen, von deutlich stärkeren Budgeterhöhungen ausgegangen.