Jetzt in Fonds einsteigen? Warum das Sinn macht

25. April 2022 Drucken
Jetzt in Fonds einsteigen? Warum das Sinn macht
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Corona, Lieferketten-Probleme, Mangel an Halbleitern, hohe Energiepreise, Inflation und obendrauf der Ukraine-Krieg. Die Nachrichtenlage zum Weltfondstag 2022 könnte kaum schlechter sein – und trotzdem macht es Sinn gerade jetzt in Fonds zu investieren. Unsere Kolleg:innen von Erste Asset Management erläutern, warum das so ist.

Der Krieg in der Ukraine und die verhängten Sanktionen gegen Russland, der enorme Preisauftrieb und die Zinswende haben zu einem Rücksetzer auf den internationalen Kapitalmärkten geführt. Naturgemäß waren davon auch die österreichischen Investmentfonds betroffen. Kaum eine Anlageklasse hat seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung an den Tag gelegt hat, wie die Statistik der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) zum Ausdruck bringt.

Langfristig ist man mit Fonds auf der Gewinner-Seite

Wenn in der kurzfristigen Betrachtung die mehr oder minder deutliche Korrektur zum Vorschein gelangt, so relativiert sich dieses Minus in der langfristigen Betrachtung entscheidend. Denn je länger man veranlagt ist desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man mit seiner Anlage einen Verlust verbuchen muss. So zeigt die Statistik der VÖIG, dass auf 5 Jahressicht fast alle Anlageklassen bis auf eine im Plus sind. Vor allem mit Aktienfonds und gemischten (Aktien, Anleihen) Fonds konnten Anleger:innen Gewinne verbuchen.

„Erfreulicherweise haben die Anleger:innen aus den vergangenen Krisen gelernt und kein „Herdenverhalten“ an den Tag gelegt. Sie blieben investiert und haben weiter zugekauft“, betont Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) bei einer Pressekonferenz anlässlich des Weltfondstags 2022, den die Fondsverbände traditionell gemeinsam begehen. Besonders erfreulich war für Bednar, dass den Fonds trotz der genannten Schwierigkeiten netto über 1,3 Milliarden Euro zugeflossen sind. Bednar: „Die Anleger:innen haben in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit Fonds gemacht und wissen, dass die Kapitalmärkte keine Einbahnstraße sind. Rücksetzer betrachten sie daher als Chance und weniger als Gefahr.“

In einem Interview, das Bednar mit dem Wiener Börsen-Radio führte, erklärt Bednar, weshalb es wichtig ist, mit dem Cost Average Effekt die gefallenen Marktpreise für regelmäßiges Investieren zu nützen.

Die fulminante Entwicklung der internationalen Fondsmärkte gerade in den letzten Jahren führt Thomas Loszach, Vorstand der Vereinigung ausländischer Investmentgesellschaften in Österreich (VAIÖ) auf mehrere Gründe zurück: „Das makroökonomische Umfeld und die weiterhin niedrigen Leitzinsen sind der größte Antrieb, auf der Suche nach Renditen in Fonds zu investieren. Der generelle Wirtschaftsaufschwung nach dem Höhepunkt der Corona-Krise hat die Investmentfreude genauso zusätzlich befeuert wie die Kursentwicklungen an den Aktienmärkten.“ Unabhängig von den kurzfristigen Marktentwicklungen beobachtet Loszach einen neuen Trend bei den Investor:innen: „Immer mehr junge Menschen zeigen sich offen, ihr Geld anderswo als am Sparbuch anzulegen. Anders ausgedrückt: Investieren wird cool!“

Integral Umfrage: für 68 Prozent der Befragten sind nachhaltige Geldanlagen wichtig

Eine im Auftrag der VÖIG durchgeführte INTEGRAL-Umfrage (Erhebungszeitraum 7.-21.3.2022) zeigt, dass 35 Prozent der Befragten dem Thema Geld anlegen in Form von Fonds, Aktien und Anleihen positiv bis sehr positiv eingestellt sind. Dieser Wert lag im Jahr 2016 noch bei 29 Prozent. Mehr als ein Drittel der befragten Österreicher:innen gab an Wertpapiere zu besitzen. 7 von 10 Wertpapierbesitzer:innen planen aufgrund der aktuellen Situation an den Finanzmärkten keinen Verkauf von Wertpapieren. Lediglich 12 Prozent sind verunsichert und möchten das tun.

Verglichen zum Vorjahr ist die Bedeutung der Beratung in der Bank als Informationsquelle zu Geldanlagen wieder gestiegen. Auch das Online Informationsangebot gewinnt an Bedeutung: Das Internet im allgemeinen, Finanzblogs und -foren oder das Online-Angebot bei Banken und Kapitalanlagegesellschaften.

Von den abgefragten Themen stoßen erneuerbare Energien auf das größte Interesse: 72 Prozent der Befragten sind sehr oder eher interessiert. Es folgen die Themen Geldentwertung/Schutz vor Inflation, Immobilienveranlagungen, Aktien sowie Biotechnologie und Pharma. Eine ablehnende Haltung zeigen die Befragten zu Kryptowährungen. Auch die Schwellenländer sind derzeit bei den Anleger:innen nicht in „Mode“.

Die Pandemie und die hohen Energiepreise haben die Einstellung zur Nachhaltigkeit positiv geprägt. Für 68 Prozent der Befragten sind nachhaltige Geldanlagen wichtig, für 29 Prozent aktuell noch wichtiger als früher. Für lediglich 13 Prozent war es nie wichtig und ist es jetzt auch nicht.

Bednar erinnert an die am 10. März des Vorjahres in Kraft getretene Offenlegungsverordnung der Europäischen Union. Seither müssen alle Finanzprodukte, also auch Investmentfonds, in einer Einteilung hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit bewertet werden. Damit soll mehr Transparenz bei nachhaltigen Investitionen in Finanzanlageprodukten hergestellt werden. „Die neue Klassifizierung und die Transparenzregeln zu den Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken tragen dazu bei, dass nachhaltige Fonds immer mehr gefragt sind.“

Der Autor Dieter Kerschbaum ist Communications Specialist Österreich, Erste Asset Management.

Erläuterungen zu Fachausdrücken finden Sie in unserem Fonds ABC: Fonds-ABC | Erste Asset Management

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