Österreichs Firmen meldeten 2021 weniger Patente an

25. April 2022 Drucken
Österreichs Firmen meldeten 2021 weniger Patente an
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Österreichische Firmen haben 2021 weltweit 11.031 Patente angemeldet. Das sind etwas weniger als im Jahr davor (11.534), wie aus einer Aussendung des Patentamtes hervorgeht.

Im Vergleich zu anderen Ländern war die Entwicklung aber positiv. „Wir sind somit in der EU auf Platz 5 (2020: 6) und weltweit an die zehnte Stelle (2020: 11) vorgerückt“, wird Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) in der Aussendung über die Patente-Entwicklung zitiert.

Auch im österreichischen Patentamt gab es weniger Patentanmeldungen. Beratungen und Markenschutz seien hingegen stark gefragt gewesen. Beim heimischen Patentamt wurden im Vorjahr 2.480 Erfindungen angemeldet. Dabei hätten sich große Unternehmen nach dem Corona-Knick schnell erholt, während kleine- und mittlere Unternehmen (KMUs) ins Hintertreffen gerieten. Dieses Bild zeichnet auch eine Umfrage des Patentamtes, die zusammen mit Joanneum Research durchgeführt wurde: KMUs hätten zwar auch in der Krise weiter geforscht, das Anmelden von Patenten sei aber keine Priorität gewesen.

Die größten heimischen Patentanmelder waren 2021 der Grazer Automobilzulieferer AVL List (205 Patente), der Produzent von Möbelbeschlägen Julius Blum (70) und der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel (34).

Patente: Oberösterreich führt

Trotz eines deutlichen Rückgangs um rund 12 Prozent führt Oberösterreich das Bundesländerranking mit 561 Patenten erneut an, gefolgt von der Steiermark (490) und Wien (372). Gemessen an der Einwohnerzahl hat Vorarlberg die meisten Erfindungen vorzuweisen. Im EU-Vergleich schneide Österreich dabei besonders gut in den Branchen „Kunststoff“, „Halbleiter“, „Elektrotechnik“ und „Möbel“ ab.

Erfreut zeigte sich Gewessler in der Aussendung zudem über die hohe Zahl an Klimaschutzpatenten. „Bei den grünen Gebäudetechnologien sind wir sogar Europameister und weltweit Zweiter. Auch bei den klimaschonenden Verkehrstechnologien und Abwasserklärung und -recycling liegt Österreich bei Patentanmeldungen über dem EU-Schnitt“, so die Klimaschutzministerin.

Heimische Erfinderinnen und Erfinder melden ihre Patente unterdessen nur zum Teil (19,3 %) in Österreich an. Die USA wurden für 21 Prozent der Patente gewählt, europäische Patente machten 20,9 Prozent aus.

KMUs und Start-ups will das Patentamt heuer mit Rabatten unterstützen. Sie sollen für nationale Patente 50 Prozent weniger zahlen (275 Euro pro Patent) und für Marken 75 Prozent weniger (71 Euro). „Die Förderaktion gilt das ganze Jahr“, so Patentamtspräsidentin Mariana Karepova. (APA/red)