Home-Office bedeutet mehr Verantwortung aber auch eine höhere Wertschätzung

28. April 2022 Drucken
Home-Office bedeutet mehr Verantwortung aber auch eine höhere Wertschätzung
© AdobeStock/navee

Mitarbeitende im Home-Office fühlen sich von ihren Arbeitgebern mehr wertgeschätzt und sind der Meinung, dass ihre Bemühungen mehr gewürdigt werden als die derjenigen, die am Arbeitsplatz arbeiten. Zu diesem Schluss kommt das ADP Research Institute in der Studie „People at Work 2022: A Global Workforce View“.

Fast sieben von zehn Mitarbeitenden, die im Home-Office arbeiten, geben demnach an, dass sie für ihre Aufgabe und Verantwortung (69 %) sowie für ihre Fähigkeiten (68 %) fair bezahlt werden. Bei den Beschäftigten, die am Arbeitsplatz arbeiten, sind es hingegen weniger als die Hälfte (49 % bzw. 47 %), wie die Umfrage unter fast 33.000 Arbeitnehmer:innen in 17 Ländern ergab.

Darüber hinaus führen Teammitglieder im Home-Office mehr Gespräche mit ihren Arbeitgebern über ihre berufliche Entwicklung, ihre Qualifikationen und Ausbildungsanforderungen. Remote arbeitende Beschäftigte haben auch eher das Gefühl, dass ihre Leistungen wahrgenommen und anerkannt werden.

Bessere Gehalts- und Aufstiegsaussichten für Remote-Beschäftigte

Diese Wertschätzung könnte ein wichtiger Grund dafür sein, warum so viele Menschen gerne weiterhin von zu Hause aus arbeiten. Die Studie ergab auch, dass zwei Drittel (64 %) der Arbeitnehmer:innen weltweit angeben, dass sie sich nach einer anderen Stelle umsehen würden, wenn ihr Arbeitgeber darauf bestehen würde, dass sie in Vollzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. In Deutschland würden über 47 Prozent der Arbeitnehmer:innen in diesem Fall eine Kündigung in Erwägung ziehen.

Wenn es um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz geht, sagen sieben von zehn Remote-Arbeitnehmer:innen (69 %) weltweit, dass sie sich von ihren Vorgesetzten unterstützt fühlen, verglichen mit nur der Hälfte (50 %) der Mitarbeitenden vor Ort. Darüber hinaus gibt nur 9 Prozent der Fernarbeitskräfte an, dass der Arbeitgeber nichts zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz unternimmt, verglichen mit etwa 34 Prozent der Beschäftigten am Arbeitsplatz.

HR-Verantwortliche müssen Home-Office-Strategie überdenken

„Es ist keineswegs so, dass Mitarbeitende aus dem Home-Office zugunsten der Kollegschaft im Büro, die ‚sichtbarer‘ und ‚präsenter‘ sind, übergangen werden – auch wenn das viele befürchtet haben. Arbeitgeber geben sich Mühe, dafür zu sorgen, dass die Remote-Arbeitnehmer:innen angemessen entlohnt, anerkannt und betreut werden“, so Nela Richardson, Chief Economist bei ADP. „Leider hat es nicht den Anschein, dass den Mitarbeitenden im Büro die gleiche Aufmerksamkeit zuteilwird. Daher sollten Arbeitgeber ihre Bemühungen möglicherweise neu ausrichten, damit diejenigen, die sich jeden Tag auf den Weg zur Arbeit machen, genauso viel Wertschätzung und Förderung erfahren. HR-Verantwortliche sollten sich genauso viele Gedanken über die Bezahlung, die berufliche Entwicklung oder die psychische Gesundheit machen wie bei denjenigen, die zu Hause arbeiten.“

So könnten beispielsweise zugängliche Personalmanagementdaten, die einen Überblick über Einzelpersonen und Teams verschaffen, dazu beitragen, Entscheidungsfindungen zu unterstützen, eine stärker vernetzte interne Kultur aufzubauen und das Vertrauen und die Loyalität zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitenden zu stärken.