Möbelindustrie erhobelte sich kräftiges Exportplus

27. Juni 2022 Drucken
Möbelindustrie erhobelte sich kräftiges Exportplus
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In der Pandemie gewinnt das Leben zuhause an Bedeutung. Das bekommen auch die heimischen Möbelhersteller zu spüren. Die Exporte der Branche waren im ersten Quartal 2022 mit 15,2 Prozent im Plus und erreichten einen Wert von 322,2 Mio. Euro.

Das gab der Verband der Österreichischen Möbelindustrie bekannt. Im Gesamtjahr 2021 hatte das Exportvolumen 1,14 Mrd. Euro betragen. Eine Steigerung bei den Ausfuhren hätten nahezu alle Segmente verzeichnet – bei Wohnmöbeln betrug der Zuwachs heuer im Startquartal laut Verband 33,1 Prozent, bei Matratzen/Sprungrahmen 26,5 Prozent und bei Möbelteilen 22,4 Prozent. Der Export von Büromöbeln hingegen nahm nur um 3,2 Prozent zu, wie die Möbelindustrie errechnete. Stabil entwickelten sich Sitzmöbel (plus 0,7 Prozent), Küchenmöbel (plus 0,6 Prozent) und Ladenmöbel (plus 0,5 Prozent).

Das Gros der Lieferungen ging mit einem Volumen von 140,6 Mio. Euro (plus 7,7 Prozent) nach Deutschland. Mit großem Abstand dahinter folgten die Schweiz mit 36,5 Mio. Euro (plus 14,9 Prozent), Polen mit 19,1 Mio. Euro (plus 25,9 Prozent), Italien mit 12,8 Mio. Euro (plus 17,6 Prozent), Frankreich mit 10,4 Mio. Euro (plus 9,3 Prozent) und die USA mit 4,6 Mio. Euro (plus 18,5 Prozent).

Möbelindustrie: Auch Boom bei Importen

Auch die Möbelimporte boomten. Das Volumen der Lieferungen nach Österreich erhöhte sich um 11,3 Prozent auf 643 Mio. Euro – im Gesamtjahr 2021 waren es in Summe 2,37 Mrd. Euro. 35 Prozent der Einfuhren im ersten Quartal 2022 entfielen auf Sitzmöbel, 29 Prozent auf Wohnmöbel.

Der überwiegende Anteil der Importe kam mit 485,2 Mio. Euro aus der EU – hier vor allem aus Deutschland mit 257,3 Mio. Euro (plus 14,3 Prozent), Polen mit 72,1 Mio. Euro (minus 3,1 Prozent) und Italien mit 44,4 Mio. Euro (plus 13,7 Prozent). Die höchsten Zuwächse gab es aber aus Asien – mit einem Plus von 32,5 Prozent auf 118,4 Mio. Euro. Den Großteil davon lieferte China mit einem Volumen von 97,5 Mio. Euro (plus 37,8 Prozent).

Mit dem heurigen ersten Quartal knüpfe die heimische Möbelindustrie an „die guten Ergebnisse der letzten Quartale“ an. „Wir stellen zunehmend eine steigende Nachfrage nach hochwertigen Möbeln fest – dazu gehört die Verarbeitungsqualität ebenso wie ressourcenschonende Fertigung“, sagte Verbandsvorsitzender Georg Emprechtinger. Insbesondere beim europäischen Green Deal und dem damit angestrebten grünen Wandel gehörten die österreichischen Produzenten zu den „Innovationstreibern“. Die überwiegend mittelständisch strukturierten Unternehmen seien auch während der Coronazeit in der Lage gewesen, für kurze, transparente Lieferketten zu sorgen und ihre Produkte „nahezu planmäßig“ auszuliefern. (APA/red)