Wasserstoff: EU genehmigt Forschungsinitiative mit österreichischer Beteiligung

20. Juli 2022 Drucken
Wasserstoff: EU genehmigt Forschungsinitiative mit österreichischer Beteiligung
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Die Europäische Kommission hat das erste Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse im Bereich Wasserstoff gestartet. Österreich beteiligt sich an diesem sogenannten IPCEI (Important Projects of Common European Interest) Hy2Tech mit Fokus auf Wasserstofftechnologien mit insgesamt vier Projekten.

Bereits von Beginn an war Österreich an der Ausgestaltung der inhaltlichen Schwerpunktsetzung des ersten IPCEI Wasserstoff stark involviert. So unterzeichnete Klimaschutzministerin Leonore Gewessler bereits im Dezember 2020 gemeinsam mit 22 weiteren Mitgliedstaaten der EU und Norwegen ein Manifest für die Entwicklung der europäischen Wertschöpfungskette für Wasserstoff-Technologien und –Systeme sowie auch eine Zusatzdeklaration, die auf die Produktion und Nutzung von erneuerbarem Wasserstoff fokussiert.

Neben dem nun genehmigten IPCEI Hy2Tech ist Österreich noch in der finalen Phase für ein zweites IPCEI im Bereich Wasserstoff mit einem Fokus auf industrielle Anwendung (IPCEI Hy2Use) – für beide Projekte stehen über die Europäische Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) in Summe 125 Mio. Euro zur Verfügung. Am europäischen Gesamtvorhaben des IPCEI Hy2Tech beteiligen sich insgesamt 41 Projekte von 35 Unternehmen aus 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die involvierten Mitgliedstaaten schütten Beihilfen in Höhe von mehr als 5,4 Milliarden Euro aus, die über die nächsten Jahre insgesamt zusätzlich 8,8 Milliarden Euro an privaten Investitionen auslösen werden. Im Zentrum steht die Entwicklung von Innovationen in vier Technologiefeldern entlang der europäische Wasserstoff-Wertschöpfungskette: Gewinnung, Transport und Speicherung sowie Wasserstoff-Brennstoffzellen.

Nachhaltige Wasserstoff-Wertschöpfungskette

Das Vorhaben verfolgt das Ziel, eine wettbewerbsfähige, innovative und nachhaltige europäische Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufzubauen. Der Fokus liegt auf der Förderung von hochinnovativen Projekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Entwicklung und der Hochskalierung neuer hocheffizienter Elektrolyseprozessen und Brennstoffzellensystemen über innovative Speicher und Transporttechnologien bis zur Nutzung in Industrie und schwer zu elektrifizierenden Bereichen im Mobilitätssektor (u.a. Schwerverkehr, Schifffahrt, Luftfahrt). Das Vorhaben steht somit auch voll im Einklang mit der im vergangenen Juni veröffentlichten nationalen Wasserstoffstrategie.

„Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für Klimaschutz und Energieunabhängigkeit. Dabei geht es um große Investitionen und wichtige Innovationen. Diese Entwicklung unterstützen wir mit voller Kraft. Ich freue mich sehr, dass im ersten IPCEI Wasserstoff vier vielversprechende Projekte aus Österreich zum Zug kommen. Sie zeigen vor, wie wir die klimaneutrale Transformation unserer Wirtschaft gestalten und dabei unseren Standort fit für die Zukunft machen“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Diese Projekte sollen dazu beitragen, die strategische Positionierung Österreichs und Europas als Industrie-, Forschungs- und Entwicklungsstandort für die Herstellung und Nutzung von erneuerbaren Wasserstoff weiter zu stärken. Mit dem IPCEI Hy2Tech soll auch die Erholung der europäischen Wirtschaft im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und der wirtschaftlichen Konsequenzen des russischen Angriffskriegs durch die Nutzung sauberer und nachhaltiger Technologien erfolgen und ist ein zentraler Punkt der Europäischen ARF. Darin wird Wasserstoff als ein wesentlicher Bereich hervorgehoben, in dem Investitionen zur Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze und Wachstum freigesetzt werden können.

Von österreichischer Seite sind die Unternehmen AVL List, Christof Industries, Robert Bosch und Plastic Omnium New Energies Wels beteiligt.