WIFO erwartet Konjunkturabschwächung

11. August 2022 Drucken
WIFO erwartet Konjunkturabschwächung
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Im zweiten Quartal wuchs Österreichs Wirtschaft noch solide, Stimmungsindikatoren deuten jedoch auf eine Verlangsamung der Konjunktur hin. Die Konjunkturerwartungen der heimischen Unternehmen trübten sich im Juli auf breiter Basis ein.

Auch gemäß des Wöchentlichem WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) dürfte das BIP-Wachstum im Juli schwächer ausgefallen sein als in den Vormonaten. „Im Juli trübten sich die Konjunkturerwartungen der heimischen Unternehmen auf breiter Basis ein“, so die Autorin des aktuellen Konjunkturberichtes Sandra Bilek-Steindl. Der Welthandel hat zwar zuletzt wieder etwas Fahrt aufgenommen, die Entwicklung der Weltwirtschaft ist jedoch weiterhin durch Angebotsengpässe beeinträchtigt. Trotz leichter Rückgänge liegen auch die Rohstoffpreise nach wie vor auf hohem Niveau.

Vor diesem Hintergrund verschlechterten sich Vorlaufindikatoren im In- und Ausland zuletzt weiter. Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) für den Euro-Raum ging im Juli auf breiter Basis zurück. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland sank im Juli auf den niedrigsten Wert seit Juni 2020.

Konjunkturabschwächung erwartet

Aktuelle Stimmungsindikatoren lassen auch für Österreich eine Konjunkturabschwächung erwarten. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte im Juli unter dem Wert des Vormonats, blieb jedoch im positiven Bereich und über dem langjährigen Durchschnitt. Während die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Lage nach wie vor ein positives Bild zeichnen, signalisieren ihre Erwartungen eine Eintrübung der Konjunkturaussichten. Die unternehmerische Unsicherheit nahm vor dem Hintergrund der Unwägbarkeiten der Erdgasversorgung weiter zu.

Der Preisauftrieb hat sich zuletzt weiter verstärkt. Infolge der hohen Lebensmittel- und Energiepreise stieg der Verbraucherpreisindex im Juni (8,7%) und Juli (9,2%; gemäß Schnellschätzung von Statistik Austria) erneut an. Parallel dazu sank das heimische Konsumentenvertrauen (laut Europäischer Kommission) im Juli auf den tiefsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1995. Getrieben wurde diese Entwicklung von einer drastischen Verschlechterung der Erwartungen zur allgemeinen Wirtschaftslage.

Auf dem Arbeitsmarkt hält der positive Trend hingegen an. Die Beschäftigung wurde abermals ausgeweitet, die Arbeitslosenquote verharrte im Juli saisonbereinigt bei voraussichtlich 6,3% (nationale Definition).