130 Gesundheitseinrichtungen sollen „klimafit“ werden

18. August 2022 Drucken
130 Gesundheitseinrichtungen sollen „klimafit“ werden
@ APA/GEORG HOCHMUTH

Mit rund sieben Prozent trägt der Gesundheitssektor zum CO2-Fußabdruck in Österreich bei. Das wollen das Gesundheitsministerium und die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) ändern.

Vorerst 130 Gesundheitseinrichtungen sollen im Rahmen eines Pilotprojekts „klimafit“ werden, das mit einer halben Million Euro aus den Mitteln der „Agenda Gesundheitsförderung“ des Gesundheitsministeriums finanziert wird. Die Bewerbungsfrist dafür ist jetzt angelaufen.

Für Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) handelt es sich dabei um gut investiertes Geld, wie er am Donnerstag betonte. Denn der Nutzen und die Vorteile für die Menschen und das Gesundheitswesen seien vielfältig: „Indem wir Gesundheitseinrichtungen erstmals ein umfassendes Angebot zur Verfügung stellen und individuelle Maßnahmen für diese erarbeitet werden, verbinden wir Klimaschutz mit dem Gesundheitswesen. Durch die geringere Abhängigkeit von Energie und Ressourcenverbrauch erhöhen wir somit die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung, stärken die Resilienz im Gesundheitswesen und schaffen darüber hinaus ein zukunftsfähiges, gesundes und klimafreundliches Umfeld für die Patientinnen und Patienten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Die Gesundheitseinrichtungen würden damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und ihre Vorbildfunktion erfüllen.

Fachkräftige Begleitung um klimafit zu werden

Das Pilotprojekt trägt den Titel „Beratung Klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ und richtet sich an Krankenhäuser, Kliniken, Altersheime und Pflegeeinrichtungen, Primärversorgungseinheiten, Arztpraxen sowie Apotheken in ganz Österreich. In einem ersten Schritt werden 130 ausgewählte Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützt, sich in Richtung Klimaneutralität zu entwickeln. Die erforderliche Expertise, Informationen, Hilfestellungen und Unterstützung erhalten sie aus einer Hand, eine fachkräftige Begleitung durch den gesamten Prozess ist vorgesehen.

Mit dem Pilotprojekt tritt erstmals auch das neu gegründete Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der GÖG einer breiteren Öffentlichkeit in Erscheinung. Das Kompetenzzentrum, das zum Schwerpunkt „Agenda Gesundheitsförderung“ des Gesundheitsministeriums gehört, hat das Projekt entwickelt und ist nun für die Umsetzung verantwortlich. Ablaufen soll das Ganze in zwei Phasen. Von August bis Dezember 2022 werden nach Gesprächen, Vor-Ort Begehungen und Datenanalysen gemeinsam mit der jeweiligen Gesundheitseinrichtung Handlungsfelder ausgemacht, ein individueller Klima-Aktionsplan (Gebäude, Mobilität, Ressourcen- und Abfallmanagement, Ernährungssystem etc.) erarbeitet und Information über spezielle Fördermöglichkeiten mit dem Ziel der Klimaneutralität bereitgestellt. In der zweiten Phase soll dann nach zwölf Monaten das Maßnahmenpaket umgesetzt werden, hemmende bzw. förderliche Rahmenbedingungen will man evaluieren. Die Ergebnisse der Evaluierung stellen die Basis für weitere Entwicklungen und Empfehlungen dar.

Gesundheitsminister Rauch hofft, dass damit ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität im Gesundheitssektor angestoßen wird: „Die Klimakrise beeinflusst die Gesundheit der Menschen. Deshalb hängen Klimaschutz und Gesundheit besonders eng zusammen.“ Den Verantwortlichen im Gesundheitsbereich sei das bewusst, „und meiner Erfahrung nach gibt es großes Interesse und die Bereitschaft zum aktiven Klimaschutz“. Unternehmen und Institutionen wollen klimafit werden. Jetzt wolle man den handelnden Personen die dafür notwendigen Instrumente in die Hand geben, die sie brauchen, um ihre Ziele umzusetzen: „Das Gesundheitssystem wird hier in Österreich zu einem Vorbild für viele andere Bereiche.“ (APA/red)