Affenpocken: Impf-Angebot wird in Wien ausgeweitet

26. September 2022 Drucken
Affenpocken: Impf-Angebot wird in Wien ausgeweitet
@ APA/dpa

Die Stadt Wien kommt der überaus starken Nachfrage nach der Schutzimpfung gegen Affenpocken nach. Mehr als 2.200 Personen haben sich in der Bundeshauptstadt bereits zur vorbeugenden Immunisierung vormerken lassen.

Das Interesse am Impfstoff gegen Affenpocken übersteigt die verfügbaren Mnegen bei weitem. Bereits zu Beginn der kommenden Woche wird das Impfangebot ausgeweitet, gab das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Wochenende bekannt. Rascher als ursprünglich angenommen hat Wien vom Bund weitere 140 Impfdosen für prä-expositionelle Impfungen zugeteilt bekommen. Da vorbeugende Impfungen intradermal, also unter die Haut erfolgen, reichen die 140 Dosen für 700 Impfungen.

Zur vollständigen Immunisierung sind allerdings zwei Impfungen erforderlich, weshalb sich mit dem „Nachschub“ vorerst weitere 350 Personen vorsorglich gegen die Affenpocken immunisieren lassen können. Die Termine – 360 an der Zahl – waren am Montag rasch ausgebucht. Auch zusätzliche 350 Termine, die am Montag zu Mittag freigegeben wurden, waren binnen 30 Minuten vergeben. „Wir brauchen in Wien dringend mehr Affenpocken-Impfstoff vom Bund“, forderte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Affenpocken: Breitere Impf-Ausrollung nicht möglich

Verimpft werden die neu zugeteilten Dosen ab Mittwoch. Statt bisher 18 können sich dann 86 Menschen pro Tag impfen lassen – die Stadt Wien hat ihre Infrastruktur der Nachfrage angepasst. Da sich in ganz Österreich aber nur 4.340 MPX-Impfdosen befinden und das Gesundheitsministerium davon zwei Drittel für post-expositionelle Impfungen reserviert hat, also Fälle nach einem nachgewiesenen Kontakt zu einer infizierten Person, sei eine breitere Ausrollung von Impfterminen nicht möglich.

Was die Schutzimpfung gegen die Affenpocken betrifft, empfiehlt das Nationale Impfgremium derzeit keine Impfung breiter Bevölkerungskreise, sondern vor allem von Personen mit individuellem Risikoverhalten. Dazu zählen insbesondere Männer mit häufig wechselnden gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten. Gegen die Affenpocken immunisieren sollte sich auch Gesundheitspersonal, das einem sehr hohen Expositionsrisiko ausgesetzt ist, etwa bei beruflicher Tätigkeit in Abteilungen, Ambulanzen oder Ordinationen, die mit der Diagnostik und Behandlung von mit Affenpocken infizierten Personen befasst sind. Dasselbe gilt für Personal in spezialisierten Laboren, die mit Orthopoxviren arbeiten, also mit Proben von an Affenpocken Infizierten bzw. dem Virus selbst zu tun haben. (APA/red)