Vorarlberger Tourismus bekennt sich zum Energiesparen

03. Oktober 2022 Drucken
Vorarlberger Tourismus bekennt sich zum Energiesparen
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Die Vorarlberger Tourismus-Wirtschaft hat am Montag ein Bekenntnis zum Energiesparen abgegeben. Getreu dem Motto „Vernunft statt Verbote“ wollen die Betriebe dabei selbst Lösungen finden.

Gegenüber möglichen Vorgaben aus Wien zeigte man sich im Vorarlberger Tourismus skeptisch. Hotellerie, Gastronomie und Seilbahnwirtschaft unterstützen die „Mission 11“ – die Energiesparkampagne der Bundesregierung – und haben entsprechende Maßnahmenpakete erarbeitet.

In der Hotellerie geht es etwa darum, die Raumtemperatur in unbelegten Zimmern herunterzufahren oder die Temperatur in den Kühlhäusern zu überprüfen. Darüber hinaus sollen nur noch LED-Beleuchtungen zum Einsatz kommen, ebenso gelte es, mit Zeitschaltuhren zu arbeiten. „Das Einsparen von Energie machen wir schon seit Jahrzehnten, das ist kein Neuland für uns“, sagte Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Vorarlberger Wirtschaftskammer. So sei der Energieverbrauch pro Nächtigung zwischen 2008 und 2019 um 54 Prozent gesunken. Natürlich habe man aber noch Potenzial, ohne dabei den Komfort für den Gast zu verringern. Laut Mike Pansi, dem Fachgruppenobmann Gastronomie in der Wirtschaftskammer, geht es vor allem auch darum, in der Region einzukaufen und unnötige Wege zu vermeiden.

Vorarlberger Tourismus lässt Seilbahnen langsamer fahren

Andreas Gapp, Obmann der Fachgruppe der Seilbahnen in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, kündigte an, mit „dynamischem Fahrbetrieb“ Energie einsparen zu wollen. „Wenn wir die Fahrgeschwindigkeit von sechs auf fünf Meter pro Sekunde reduzieren, kann 15 Prozent Energie eingespart werden“, stellte Gapp fest – auch wenn das nicht jeden Tag möglich sein werde. Ebenso könnten die Betriebszeiten angepasst werden, etwa indem man in der Früh um eine Viertelstunde später starte und am Nachmittag um eine halbe Stunde früher aufhöre. Sitzheizungen würden im anstehenden Winter nicht eingeschaltet, auch wenn diese nur einen sehr geringen Verbrauch hätten.

Klar festgestellt wurde von Kegele und Heike Ladurner-Strolz (Landesvorsitzende Vorarlberg der Österreichischen Hoteliervereinigung) dass man auf Vorschriften aus Wien gerne verzichten würde. „Wir wissen, was wir zum Einsparen von Energie tun müssen“, so Kegele. Dass es diesen Winter wie in Sachen Corona „drei Minuten vor dem Aufsperren“ Änderungen gebe, „das darf nicht sein“, betonte Ladurner-Strolz.

Keinen Hehl machten Kegele, Ladurner-Strolz und Gapp daraus, dass der Urlaub im anstehenden Winter teurer wird als in den Vorjahren. „Die Preise werden steigen müssen, sonst wird es uns nächstes Jahr nicht mehr geben“, sagte Kegele. In Sachen Preisgestaltung „ist es eine Gratwanderung, die wir im Moment machen“, so Ladurner-Strolz. Laut Gapp werden die Saisonkarten bei den Vorarlberger Liften im kommenden Winter im Schnitt um 8,3 Prozent teurer. (APA/red)