Technologie und Kollegen als Produktivitätskiller

11. November 2022 Drucken
Technologie und Kollegen als Produktivitätskiller
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Die größten Frustrationsquellen sind Probleme mit der Konnektivität, die Performance von Anwendungen, Ablenkungen durch Kollegen und die Anforderung, sich für konzentriertes Arbeiten abschotten zu müssen – letzteres bringt mehr als die Hälfte der Mitarbeiter:innen dazu, im Home-Office ihre Arbeit zu erledigen.

Nexthink, ein Hersteller von Digital Employee Experience (DEX) Management-Software, hat untersucht, mit welchen Störungen und Problemen im IT-Erlebnis Arbeitnehmer:innen konfrontiert sind. Klar wurde, dass zumeist IT und Kollegen frustrierende Unterbrechungen im Arbeitsablauf verursachen.
93 Prozent von über 1.000 Arbeitnehmer:innen gaben an, dass Technologie am Arbeitsplatz die Produktivität in der einen oder anderen Weise beeinträchtigt. Das am häufigsten genannte „technische Problem“, das die Produktivität und konzentriertes Arbeiten stört, sind „menschliche Ablenkungen“. Dies ist der Grund, Arbeit zuhause zu erledigen (laut 55 Prozent der Befragten die angaben, dass zu wenig Raum für konzentriertes Arbeiten bleibt), oder sich für konzentriertes Arbeiten abzuschotten, wie z. B. das Telefon auszuschalten oder Scheinbesprechungen einzutragen (33 Prozent gaben an, diese digitale Selbstverteidigung anzuwenden).

„Was wir im Laufe der Jahre durch unsere Forschung und einzelne Erfahrung herausgefunden haben, ist, dass Technologie oft sowohl die Lösung als auch das Problem ist“, sagt Yassine Zaied, Chief Strategy & Marketing Officer, Nexthink. „Die Frage, die sich Unternehmen stellen sollten, ist, wie IT-Teams diese häufigen Probleme lösen und gleichzeitig die Bedürfnisse der einzelnen Teams mit den berechtigten Interessen des Unternehmens in Einklang bringen können. Technologie ist unser größtes Kapital, aber ein echtes Verständnis ihrer Schwächen und ihres Potenzials ist entscheidend, um positive digitale Erfahrungen für Mitarbeitende zu gewährleisten.“

Technologie ist sowohl Problem als auch Lösung

Der Report untersucht diese Frustrationen anhand einer Umfrage mit mehr als 1.000 Teilnehmern, 20 Einzelinterviews und 86 Tagebucheinträgen einer Untergruppe von Mitarbeiter:innen, die ihre Probleme mit Technologie dokumentieren.

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie sind:

  • Nur die Hälfte der Befragten war der Meinung, dass die Technologie ein wesentlicher Faktor für mehr Effizienz ist.
    • Von den genannten Störungen waren die Konnektivität und die Performance der Anwendungen die größten technischen Hindernisse, und diese Beschwerden wurden gleichermaßen von Mitarbeitern im Home-Office oder im Büro genannt.
  • Selbst kurze Unterbrechungen (unter fünf Minuten und zwischen fünf und zehn Minuten) führen laut Tagebucheinträgen zu hohen Frustrationsraten bei den Mitarbeitern – ein harter Kampf für die IT-Abteilung, um das Vertrauen und die Wertschätzung der Mitarbeiter zu gewinnen.
  • Auf die Frage, warum Mitarbeiter zögern, sich mit einem Problem an die IT-Abteilung zu wenden, lauteten die vier häufigsten Antworten:
    • Angst vor einem langwierigen Support-Prozess
    • Ungewissheit, ob das technische Problem nur sie selbst betrifft oder ob es auch ein eigener Fehler sein könnte
    • Befürchtung, dass das Problem zu geringfügig ist, trotz der Frustration, die es verursacht
    • Annahme, dass die IT-Abteilung sowieso nicht helfen kann.

Wenig überraschend stellt der Bericht fest, dass die Mitarbeiter:innen umso zufriedener waren, je besser Technologie ihre Produktivität unterstützt.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass 20 Prozent der Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz wegen einer schlechten IT-Erfahrung aufgeben würden. Da Technologie und wie sie erlebt wird sowohl für die Produktivität als auch für die allgemeine Zufriedenheit der Mitarbeitenden und den Return-on-Investment entscheidend sind, ist es für die IT-Abteilung unerlässlich, hier einen Fokus zu setzen.