Wandel der Arbeitskultur in Unternehmen

07. Dezember 2022 Drucken
Wandel der Arbeitskultur in Unternehmen
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Ein gesunder Arbeitsplatz erfordert flexible Einsatzmöglichkeiten sowie eine positive Arbeitskultur nach individuellen, ergonomischen Grundsätzen.

Laut einer PwC-Umfrage sind fast zwei Drittel der Arbeitnehmer:innen auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, der zu ihrem Lebensstil passt. Auf der anderen Seite suchen viele Arbeitgeber händeringend nach neuen Strategien, um Top-Talente anzuziehen oder bewährte Mitarbeiter:innen zu halten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die aktive Neugestaltung von Arbeitsumgebungen. Dies verlangt Offenheit für neue Tendenzen der sich wandelnden Arbeitskultur.

Potenzielle Bewerber:innen und Mitarbeiter:innen suchen heute eine positive Firmenkultur, die ihre physische und psychische Belastung während der Arbeitszeit verringert und deren Werte tatsächlich nach außen gelebt werden.

Flexibilität unerlässlich

Great Resignation, Quiet Quitting und der Fachkräftemangel – diese Themen beherrschen gerade den Arbeitsmarkt. Nie war es wichtiger für Unternehmen, sich kluge Köpfe und die besten Talente zu sichern und sich attraktiv auf dem Markt zu präsentieren. Arbeitskultur ist Alles im Wettbewerb der Unternehmen um die begehrtesten Qualifikationen und sollte nicht vernachlässigt werden.

Ein Verständnis für die Bedürfnisse der Arbeitnehmer:innen nach geistiger und physischer Gesundheit, ihre Wertschätzung und eine genaue Vorstellung davon, was an modernen Arbeitsplätzen rechtlich und kulturell angebracht ist, macht die Unternehmen erst attraktiv für potenzielle Bewerber:innen.

Flexibilität ist nicht länger nur ein Trendwort, sondern unerlässlich geworden. In einer Umfrage von Avantgarde Express geben 38 % der Arbeitnehmer:innen an, Flexibilität – von zu Hause oder vom Büro aus – habe ihre Arbeitszufriedenheit verbessert. Mit der Pandemie kam das hybride Arbeitsmodel, auch Remote Work genannt, verstärkt auf. Es bietet vielen Angestellten die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten und eröffnet die Chance, sich seine Arbeitszeiten mehr oder weniger selbst einzuteilen. Arbeitgeber:innen, die das Remote Work-Modell nicht konsequent und gründlich durchziehen, werden schwer neue Kräfte finden oder halten können.

Die Arbeitnehmer:innen wollen heute Teil eines Unternehmens sein, das gesunde Arbeitsgewohnheiten fördert, mit Führungskräften, die sich aktiv für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter:innen einsetzen.

Die Versorgung der Arbeitskräfte mit technischer Infrastruktur und ergonomischer Büroausstattung scheint in den vergangenen zwei Jahren aus dem Blickfeld geraten zu sein. Bewerber:innen wollen attraktive und aktuelle technische Anwendungen, die richtigen Fortbildungsmaßnahmen und Schulungen sowie die Unterstützung durch angemessenes Equipment. Curved Monitore oder doppelte Bildschirme, die sich leicht an Personengröße und Aufgaben anpassen lassen, sind für viele Angestellte ein grundlegender Anspruch, um ihre Arbeit angemessen erledigen zu können.

Tipps zur Gewinnung und Förderung von Spitzentalenten auf dem Arbeitsmarkt

Um das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer:innen am Arbeitsplatz zu fördern, sollten drei Bereiche berücksichtigt werden:

1. Förderung des körperlichen Wohlbefindens

Das Wohlbefinden des Arbeitnehmers im Verlauf des Arbeitstages wirkt sich direkt auf seine Leistungen und seine Effizienz aus. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Bewegung am Arbeitsplatz die Produktivität steigern kann. Doch selbst im Home-Office verbringen die Mitarbeiter:innen die meiste Zeit im Sitzen. Sich regelmäßig Zeit zu nehmen, um kurz spazieren zu gehen oder den Körper zu dehnen, ist ein entscheidender Schritt, um langfristig körperliche Beschwerden und Schmerzen zu reduzieren. Eine der gängigen Sport-Apps kann ein Kollegen-Team auch in der Remote-Arbeitsumgebung dazu ermutigen, sich gemeinsam regelmäßig zu bewegen.

Bewegung trägt wesentlich zur Verbesserung des Arbeitstages bei, deswegen sind Pausen verteilt über den ganzen Arbeitstag am effektivsten, wenn zwischen Sitzen und Stehen regelmäßig abgewechselt wird. Die Arbeitnehmer:innen sollten ermutigt werden, Gesundheits- und Wellness-Aktivitäten wahrzunehmen, wie zum Beispiel einen Mittagsspaziergang, die Arbeit an einem Stehpult oder ein kurzes Workout-Training zuhause.

2. Flexible Arbeitszeiten

In den letzten zwei Jahren sind viele Unternehmen auf hybride Arbeitsmodelle umgestiegen, ob vollständig im Home-Office oder mit Aufteilung zwischen Heim- und Büroarbeit. Vor allem im Home-Office führte das oft zu Schwierigkeiten der Arbeitnehmer:innen, ihren Tag klar in Arbeits- und in Ruhephasen aufzuteilen. 46 % der Beschäftigten geben an, dass sie längere Arbeitszeiten haben und die Pausen entweder verkürzen oder gar nicht nehmen.

Ein proaktives Verständnis der Vorteile und der Flexibilität vom Home-Office-Arbeitsplatz würde die Motivation der Mitarbeitenden auf lange Sicht steigern. Nur bei guter Umsetzung des hybriden Arbeitsmodells fühlen sich die Mitarbeiter:innen energiegeladener und ausgeglichener.

Auch wenn einige Arbeitnehmer:innen mehr Zeit für ihre Arbeit aufwenden, merken sie die positiven Auswirkungen einer besseren Work-Life-Balance, denn sie können Arbeit mit anderen Aspekten ihres Lebens besser vereinbaren. Eine Möglichkeit wäre, dafür zu sorgen, dass Besprechungen nicht am frühen Morgen und am späten Nachmittag stattfinden, damit Eltern ihre Kinder stressfrei zur Schule bringen und wieder abholen können. Wenn Unternehmen auf die Bedürfnisse und Lebensumstände seiner Angestellten eingehen, können diese sich am effizientesten danach ausrichten.

3. Mitarbeitervorteile als freiwillige Leistung

Mitarbeitervorteile können sehr effektiv bei der Talentgewinnung sein und auch bereits während der Pandemie haben immer mehr Unternehmen attraktive Zusatzleistungen angeboten. Zum Beispiel haben flexible Arbeitszeiten die kollegiale Zusammenarbeit und den Zusammenhalt verbessert. Einige Unternehmen haben eine so starke Arbeitskultur aufgebaut, dass die Arbeitnehmer die Büroarbeit eindeutig vorziehen.

Es ist wichtig eine Umgebung zu schaffen, in der sich die Mitarbeitenden wohl fühlen, da es in erster Linie um die Gewinnung und Bindung von Talenten geht. Eine Investition und Zuschüsse für ergonomische Büromöbel, wie flexible Stehpulte und Monitorarme sowie Wellness-Programme sind eine gute Möglichkeit, um eine angenehme Arbeitsumgebung zu schaffen.

4. Weitere Schritte: vorwärts – nicht rückwärts gehen

Die Pandemie hat die Vorstellung vom geregelten Arbeitsalltag komplett und unwiderruflich verändert. Sie hat viele Arbeitnehmer:innen motiviert, gesunde Gewohnheiten zu entwickeln und sich mehr zu bewegen, als sie es im Büro vorher getan haben. In den neugewonnenen Vorteilen, dem Erhalt der Flexibilität und dem Ausbau gesunder Arbeitsumgebungen liegt die Zukunft der Arbeit.

Unternehmen, die es schaffen, ihren Mitarbeiter:innen eine gesunde und angenehme Wohlfühl-Arbeitsumgebung zu bieten, sowohl im Büro als auch im Home-Office, werden diese auf lange Sicht an sich binden und halten können.

Der Autor Frank Knäsche ist Sales Manager DACH bei Ergotron.