Gemeinsame Gaseinkäufe übertreffen laut Brüssel Erwartungen

12. Juni 2023 Drucken
Gemeinsame Gaseinkäufe übertreffen laut Brüssel Erwartungen
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Die EU-Kommission hat am Freitag in Brüssel über die Fortschritte der gemeinsamen EU-Gaseinkäufe berichtet. Gasverkäufer können sich mit EU-Käufern auf einer Gaseinkaufsplattform vernetzen.

Die ersten Vertragsverhandlungen für gemeinsame Gaseinkäufe laufen bereits. Maroš Šefčovič, Vizepräsident der EU-Kommission, kündigte den Start der zweiten Ausschreibungsrunde für 26. Juni an. Kaufinteressenten könnten dann ihre Nachfrage nach Gaslieferungen für die Zeit von August 2023 bis März 2025 einreichen.

Dies soll laut Šefčovič dem Einkaufsverhalten energieintensiver Industrien entgegenkommen, die Gas über längere Zeiträume einkaufen. „Wir haben aus der ersten Runde Lehren gezogen und Verbesserungen vorgenommen, um die Beteiligung der Industrie weiter zu erleichtern und die Effizienz des gemeinsamen Einkaufs zu erhöhen“, erklärte der Vizepräsident der EU-Kommission für interinstitutionelle Beziehungen vor Journalisten. Aufgrund des Erfolgs der Plattform sollte diese fortgeführt werden, so Šefčovič. Er kündigte an, auch für weitere strategische Güter ähnliche gemeinsame Projekte starten zu wollen. Als Beispiele nannte er Wasserstoff und kritische Rohstoffe.

Gaseinkäufe verpflichtend

Die EU-Staaten sind verpflichtet, die gemeinsame Plattform für mindestens 15 Prozent ihrer nationalen Gasspeicherziele, was etwa 13,5 Mrd. Kubikmeter Gas pro Jahr entspricht, zu nutzen. Die Ziele für die Gasspeicherung und die gemeinsamen Gaseinkäufe wurden 2022 als Sofortmaßnahmen gegen die negativen Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die Energieversorgung vereinbart. Sie sollen die Preisvolatilität verringern, eine sichere Energieversorgung gewährleisten und das gebündelte Marktgewicht Europas nutzen.

Šefčovič erklärte, dass in der ersten Ausschreibungsrunde bereits 11,7 Kubikmeter Gas nachgefragt wurden. Auch die Angebote übertrafen mit 18,7 Kubikmeter Gas die Erwartungen. Das Matchmaking sei nun im Gang: Die bilateralen Verhandlungen zwischen den Unternehmen fänden außerhalb der Plattform statt, weshalb er zu konkreten Verträgen und involvierten Unternehmen nichts sagen könne. (APA/red)